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Tourismusradar Hessen – Ausgabe Februar 2022

Das Wichtigste in Kürze

  • Im November 2021 reisten 780.630 Gäste nach Hessen und verbuchten insgesamt 1.953.599 Übernachtungen: +216 Prozent mehr Ankünfte und +103 Prozent mehr Übernachtungen im Vergleich zu November 2020. Dieser enorme Anstieg ist auf das aufgrund der Corona-Pandemie geltende Beherbergungsverbot für private Übernachtungen im November des vergangenen Jahres zurückzuführen.
  • Positive Aussichten für den Restart des deutschen Incoming-Tourismus u.a. durch hohe internationale Reisebereitschaft: Die Bereitschaft zu Reisen ist trotz der verschiedenen Infektionswellen weltweit kontinuierlich gestiegen.
  • Trotz kundenseitig sehr guter Voraussetzungen (u.a. Reiselust, Zeit, Geld) wird auch 2022 mit einer geringeren Nachfrage im Vergleich zu 2019 gerechnet.

 

Tourismusradar Hessen – Februar 2022

Herzlich willkommen zu Ausgabe 2 des Tourismusradars Hessen im Jahr 2022.

In dieser Ausgabe geben wir Ihnen wie gehabt einen kurzen Überblick über die aktuelle Tourismusentwicklung in Hessen sowie im Vergleich zum Deutschlandtourismus. Neben der aktuellen Entwicklung der Ankunfts- und Übernachtungszahlen aus den ausländischen Quellmärkten Hessens erwartet Sie zudem ein kleiner Ausblick auf das Reisejahr 2022 und ein weiteres Ergebnis aus der im November 2021 durchgeführten Repräsentativbefragung zum Reiseverhalten der Deutschen nach Hessen.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Die Themen im Überblick

 

Zahlen – Daten – Fakten zum Hessen Tourismus

Entwicklung der Gäste- und Übernachtungszahlen

 

Im vorletzten Monat des Jahres 2021 reisten 780.630 Gäste nach Hessen und verbuchten insgesamt 1.953.599 Übernachtungen in den hessischen Reiseregionen. Im Vergleich zu November 2020 entspricht dies 216 Prozent mehr Ankünften und 103 Prozent mehr Übernachtungen. Dieser enorme Anstieg ist auf das aufgrund der Corona-Pandemie geltende Beherbergungsverbot für private Übernachtungen im November des vergangenen Jahres zurückzuführen. Im Vergleich zum November des Vorkrisenjahres 2019 lagen die Übernachtungszahlen um 33 Prozent niedriger.

Von Januar bis November 2021 wurden in den Beherbergungsbetrieben in Hessen rund 17,4 Mio. Übernachtungen gezählt, 2 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2020. Zum Vergleich: Im Vor-Corona-Jahr wurden von Januar bis November 2019 insgesamt 33,2 Mio. Übernachtungen verbucht.

Der Stadt-Land-Vergleich zeigte im November 2021, dass wieder mehr Gäste in die hessischen Städte reisen und entsprechend der Anteil der Reisen in die ländlichen Regionen abnimmt. 59 Prozent der Ankünfte verteilten sich im November auf die hessischen Großstädte (ab 50.000 Einwohner) und 41 Prozent der Gäste reisten in die ländlichen Gebiete Hessens. Auch vor der Corona-Pandemie, im November 2019, lag der Anteil der Städtereisen über dem der Reisen aufs Land (61% Stadt und 39% Land).
In Deutschland insgesamt wurden in den Beherbergungsbetrieben im November 2021 rund 24,6 Mio. Übernachtungen in- und ausländischer Gäste gezählt – 166 Prozent mehr als im November 2020 und knapp ein Viertel weniger verglichen zu November 2019. Von Januar bis November 2021 wurden insgesamt 239 Mio. Übernachtungen und somit trotz des hohen Anstiegs im November noch 1 Prozent weniger Übernachtungen als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres verbucht. Im Zeitraum von Januar bis November waren die Betriebe 2021 länger von coronabedingten Einschränkungen betroffen als im gleichen Zeitraum 2020. Der Vergleich der Flächenbundesländer in Deutschland zeigt, dass alle Länder hohe Steigerungen der Übernachtungszahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat erreichten.

Den größten Übernachtungszuwachs erzielte Mecklenburg-Vorpommern mit +346 Prozent mehr Übernachtungen, gefolgt von Schleswig-Holstein mit +238 Prozent mehr Übernachtungen. Hessen erreicht mit +103 Prozent mehr Übernachtungen den geringsten Übernachtungszuwachs im Bundeslandvergleich.

Die durchschnittliche Auslastung der Beherbergungsbetriebe in Hessen lag im November 2021 bei 28 Prozent, im November 2020 lag diese bei 25 Prozent. Im Vergleich zu der durchschnittichen Auslastung der Betriebe in Deutschland insgesamt liegt Hessen etwas über dem bundesweiten Durchschnitt. Deutschlandweit wurde im November 2021 eine durchschnittliche Auslastung von 26 Prozent in den Beherbergungsbetrieben erreicht.

 

 

Zahlen – Daten – Fakten zu den internationalen Quellmärkten Hessens

Im November 2021 übernachteten vor allem Gäste aus Deutschland in Hessen, der Anteil an ausländischen Gästen lag mit 137.329 Ankünften bei 18 Prozent. Im Vergleich zu November 2020 entspricht dies 286 Prozent mehr Gästen, verglichen zu November 2019 jedoch 57 Prozent weniger ausländischen Gästen. Am häufigsten kamen die ausländischen Gäste im November 2021 aus den USA (18.853 Ankünfte, +351% im Vergleich zu November 2020), gefolgt von den Niederlanden (9.008 Ankünfte, +418%) und dem Vereinigten Königreich (8.936 Ankünfte, +374%).

Von den für den Hessen-Tourismus besonders relevanten Quellmärkten USA, China, Niederlande, Österreich und der Schweiz zählen aktuell alle der genannten Länder – mit Ausnahme von China – als Hochrisikogebiet. Informationen zu den Einordnungen der Hochrisiko- und Virusvariantengebiete seitens des RKI finden Sie hier: Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI.

Nach 2020 war auch im Jahr 2021 Corona der zentrale Einflussfaktor für den internationalen Tourismus. Doch wie sind die Aussichten für 2022 und die folgenden Jahre? In dem aktuellen Beitrag auf ihrem Blog „From the desk of Petra Hedorfer“ beschreibt die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) die Chancen, aber auch Herausforderungen für das deutsche Incoming in den kommenden Jahren. Sowohl in Deutschland als auch in vielen internationalen Quellmärkten ist die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie derzeit nur schwer einzuschätzen, dennoch zeigen sich positive Entwicklungen für das deutsche Incoming – und somit auch für das Incoming in Hessen. Zum einen wird die hohe internationale Reisebereitschaft beschrieben. Wie Untersuchungen von IPK International im Auftrag der DZT zeigen, ist die Bereitschaft zu Reisen trotz der verschiedenen Infektionswellen weltweit kontinuierlich gestiegen. Gaben im Mai 2020 noch 50 Prozent der Befragten an, eine Auslandreiseabsicht zu haben, lag der Anteil im September 2021 bei 79%. Gleichzeitig nimmt der Anteil derjenigen ohne Reiseabsichten stetig ab. Die Reisebereitschaft ins Ausland ist also deutlich gewachsen. Zum anderen punktet das Reiseland Deutschland im Hinblick auf das Image, die Gästezufriedenheit sowie die Wiederbesuchsbereitschaft und Weiterempfehlung. Alle Aspekte erreichen ein hohes Niveau und bieten folglich gute Chancen für den Restart. Weitere Faktoren und Zahlen und Fakten zum Restart finden Sie im Blogbeitrag: From the desk of Petra Hedorfer (18.01.2022).

Einen Ausblick auf das Reisejahr 2022 geben auch erste vorläufige Ergebnisse der ReiseAnalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V., welche im Rahmen der Eröffnungspressekonferenz der CTM 2022 präsentiert wurden. So zeigt sich zwar eine positive Ausgangslage für die touristische Nachfrage im Jahr 2022 (Einschätzung der persönlichen wirtschaftlichen Situation, Urlaubslust, Geld und Zeit für Reisen), doch trotz dieser kundenseitigen sehr guten Voraussetzungen wird auch 2022 mit einer geringeren Nachfrage im Vergleich zu 2019 gerechnet. Laut FUR ist mit einem Volumen von ca. 60 Mio. Urlaubsreisen der Deutschen zu rechnen, dabei wird von einem hohen Anteil an Zielen im Inland und in den Nachbarländern ausgegangen. Weitere Details finden Sie unter: RA ReiseAnalyse Urlaubsreisetrends 2022 – Die Startbedingungen für den Tourismus.

 

Reiseverhalten der Deutschen – Ergebnisse der Repräsentativbefragung

In den letzten beiden Tourismusradar-Ausgaben aus Dezember und Januar haben wir Ihnen bereits Ergebnisse aus der Repräsentativbefragung der Deutschen (zuletzt erhoben im November 2021) vorgestellt. Dort zeigte sich, dass in den letzten drei Jahren 18 Prozent der Deutschen eine private Reise nach Hessen unternommen hatten. Am häufigsten führten diese Reisen in die Destination FrankfurtRheinMain (35%), gefolgt vom Taunus (11%), der Rhön (10%) und dem Lahntal (9%). Und in welchen Monaten sind die Deutschen in den letzten drei Jahren nach Hessen gereist? Der Großteil der Reisen fand zwischen Mai und Oktober statt. Der beliebteste Monat war der Juni: 18 Prozent derjenigen, die in den letzten drei Jahren privat Hessen besuchten, sind in diesem Monat nach Hessen gereist. Weitere 17 Prozent waren im September dort. Im Mai und Oktober wurden jeweils 12 Prozent der Reisen unternommen.

Im Februar 2022 wird die Repräsentativbefragung erneut unter 500 Befragten durchgeführt. Die frischen Daten stellen wir Ihnen in der März-Ausgabe vor.

 

Ausblick

Nach zwei Kurzausgaben im Januar und im Februar erwartet Sie Anfang März wieder eine Langfassung des Tourismusradars. Darin stellen wir Ihnen die aktuellen Ergebnisse der quartalsweise laufenden Repräsentativbefragung der Deutschen vor. Darüber hinaus richten wir den Blick auf das Thema Marktforschung. Das Marktforschungs-Team der Hessen Agentur arbeitet derzeit an einer Business-Intelligence-Lösung, einer landesweiten Wissensdatenbank, die tourismusrelevante Datenquellen in Hessen bündelt. Zur Verfügung steht die BI-Lösung voraussichtlich als Prototyp im dritten Quartal 2022, doch auch bereits jetzt können Sie verschiedene Marktforschungsdaten nutzen. Weitere Informationen diesbezüglich finden Sie im Tourismusnetzwerk sowie in der März-Ausgabe des Tourismusradars.

Am 24. März 2022 findet ab 10:00 Uhr ein Online-Seminar zum Thema Marktforschungsdaten im Hessen-Tourismus statt. Weitere Informationen finden Sie in Kürze auf dem Tourismusnetzwerk Hessen.

 

Die aktuelle Ausgabe des Tourismusradars Hessen können Sie auch hier als pdf downloaden.

Quellen

Repräsentative Befragung der deutschen Bevölkerung (eigene Erhebung, exklusiv für Hessen)
Hessisches Statistisches Landesamt
Statistisches Bundesamt (Destatis)
Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.: From the desk of Petra Hedorfer (18.01.2022)
Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V.: Urlaubsreisetrends 2022: Die Startbedingungen für den Tourismus

Hinweis: Die Darstellung und Erläuterung der Entwicklung der statischen Kennzahlen basiert auf der Grundlage der bei den statischen Ämtern jeweils monatlich veröffentlichten, absoluten Daten.




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Allgemein · Corona · Marktforschung · Tourismusradar


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