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Tourismusradar Hessen – Ausgabe Januar 2022

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Vergleich zum Vorjahresmonat erzielten die hessischen Beherbergungsbetriebe im Oktober 2021 rund 61 Prozent mehr Ankünfte und 41 Prozent mehr Übernachtungen.
  • 15 Prozent der Gäste in Hessen kamen im Oktober 2021 aus dem Ausland, dies entspricht deutlich mehr Gästen als im Oktober 2020 (+132%), aber weiterhin weniger Gästen als in der Zeit vor Corona (-56% im Vergleich zu Oktober 2019).
  • Ergebnis aus der Repräsentativbefragung im November 2021: Hessen hat einen positiven Net Promoter Score (Weiterempfehlungsbereitschaft) und einen hohen Anteil an begeisterten Gästen.

 

Tourismusradar Hessen – Januar 2022

Herzlich willkommen zur ersten Ausgabe des Tourismusradars Hessen im Jahr 2022.

Zum Start ins neue Jahr erwartet Sie wieder eine Kurzfassung des Tourismusradars. Wir geben Ihnen wie gehabt einen kurzen Überblick über die aktuelle Tourismusentwicklung in Hessen sowie im Vergleich zum Deutschlandtourismus. Zudem blicken wir auf die Entwicklung des Tourismus aus den ausländischen Quellmärkten und stellen Ihnen weitere Ergebnisse aus der im November 2021 durchgeführten Repräsentativbefragung zum Reiseverhalten der Deutschen nach Hessen vor.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Die Themen im Überblick

 

Zahlen – Daten – Fakten zum Hessen-Tourismus

Entwicklung der Gäste- und Übernachtungszahlen Hessen

 

Die hessischen Beherbergungsbetriebe zählten im Oktober diesen Jahres 1.010.867 Gäste und 2.533.169 Übernachtungen. Verglichen zum Vorjahr entspricht dies 61 Prozent mehr Ankünften und 41 Prozent mehr Übernachtungen. Das Vor-Corona-Niveau wird damit jedoch noch nicht wieder erreicht: Im Vergleich zu Oktober 2019 wurden 30 Prozent weniger Ankünfte und 22 Prozent weniger Übernachtungen verzeichnet. Von Januar bis Oktober 2021 übernachteten rund 15,5 Mio. in- und ausländische Gäste in Hessen – knapp 8 Prozent weniger als von Januar bis Oktober 2020 und 49 Prozent weniger als von Januar bis Oktober 2019.
Während in den Sommermonaten (Juni – September 2021) mehr Gäste in die ländlichen Regionen als in die großen Städte Hessens reisten, lag der Anteil der Städtereisen im Oktober wieder etwas höher als der Anteil der Reisen aufs Land. 52 Prozent der Ankünfte verteilten sich auf die hessischen Großstädte (ab 50.000 Einwohnern) und 48 Prozent der Ankünfte fielen auf Reisen in die ländlichen Gebiete. Ein Jahr zuvor, im Oktober 2020, war der Anteil der Reisen aufs Land (54%) höher als die Städtereisen (46%).
Deutschlandweit wurden in den Beherbergungsbetrieben im Oktober 2021 rund 43,2 Mio. Übernachtungen verbucht, die Zahl der Übernachtungen in- und ausländischer Gäste lag damit 30 Prozent über denen des Vorjahresmonats. Im Jahresverlauf von Januar bis Oktober wurden insgesamt 268,5 Mio. Übernachtungen in Deutschland gezählt, ein Minus von 6 Prozent verglichen zum entsprechenden Zeitraum 2020. Den größten Übernachtungszuwachs im Oktober 2021 im Vergleich der Flächenbundesländer erreichte Nordrhein-Westfalen mit +48 Prozent mehr Übernachtungen. An zweiter Stelle steht Hessen (+41%), gefolgt von Bayern (+35%) und Baden-Württemberg (+32%). Thüringen verzeichnet als einziges Bundesland eine negative Entwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat (-0,9%).

Der Vergleich der durchschnittlichen Auslastung der Beherbergungsbetriebe in Hessen mit den Betrieben in Deutschland insgesamt zeigt weiterhin eine unterdurchschnittliche Auslastung der hessichen Betriebe: Die durchschnittliche Auslastung der hessischen Betriebe lag im Oktober 2021 bei 33 Prozent – deutschlandweit lag diese bei 39 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die durchschnittliche Auslastung in Hessen gestiegen (24% im Oktober 2020).

 

Zahlen – Daten – Fakten zu den internationalen Quellmärkten Hessens

15 Prozent der Gäste in Hessen kamen im Oktober 2021 aus dem Ausland, insgesamt knapp 152.500 Gäste. Dies entspricht deutlich mehr Gästen als im Oktober 2020 (+132%), aber weiterhin weniger als die Hälfte der Gäste in der Zeit vor Corona (-56% im Vergleich zu Oktober 2019). Der größte Teil der ausländischen Gäste reiste aus den USA an (19.998 Ankünfte, +233% im Vergleich zum Vorjahresmonat). Zweitstärkster Quellmarkt im Oktober 2021 waren die Niederlande mit 14.472 Ankünften (+266%), gefolgt von der Schweiz (11.016 Ankünfte, +69%), Frankreich (8.466 Ankünfte, +174%) sowie dem Vereinigten Königreich (8.178 Ankünfte, +93%).

Durch die aktuellen Corona-Entwicklungen, insbesondere auch im Hinblick auf die Omikron-Mutante, wird eine weitere Erholung des Incoming-Marktes in den kommenden Monaten leider weniger optimistisch gesehen. Nach dem Lockdown in Österreich finden dort zwar wieder gestaffelte Öffnungen statt und Gastronomie, Hotellerie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen haben wieder geöffnet – dafür wird auf die Ausbreitung der Omikron-Variante mit strengeren Einreisebestimmungen (Erfordernis eines 2-G-Nachweises) reagiert und über das weitere Vorgehen wird aktuell beraten, denn auch in Österreich breitet sich die Variante immer weiter aus. In den Niederlanden wurde kurz vor Weihnachten wegen der Omikron-Variante ein strenger Lockdown verhängt, zunächst bis zum 14. Januar. Und auch in der Schweiz wurden die Corona-Regeln zum 20. Dezember wieder verschärft.

Zudem galt Großbritannien vom 20. Dezember bis 03. Januar als Virusvariantengebiet, denn der Anteil der Omikron-Variante steigt dort rasant. Mittlerweile zählt das Land wieder als Hochrisikogebiet. Die Schweiz und die Niederlande gelten weiterhin als Hochrisikogebiet, Österreich zählt aktuell nicht mehr zu den Hochrisikogebieten. Informationen zu den Einordnungen der Hochrisiko- und Virusvariantengebiete seitens des RKI finden Sie hier: Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI.

 

Reiseverhalten der Deutschen – Ergebnisse der Repräsentativbefragung

In der Dezember-Ausgabe des Tourismusradars wurde dargestellt, dass für knapp jede:n fünfte:n Deutsche:n Hessen mit seinen Reiseregionen auf jeden Fall als privates Reiseziel in Frage kommt, für knapp jede:n Zweite:n ist Hessen „vielleicht“ ein attraktives Reiseziel. 18 Prozent der Deutschen hatten in den letzten drei Jahren bereits eine Reise nach Hessen unternommen. Doch wie zufrieden waren die Reisenden mit ihrem Urlaub in Hessen?Anhand des sogenannten Net Promoter Scores (s. Erläuterung im Kästchen unten) wurde im Rahmen der Repräsentativbefragung für Hessen von den Personen, die in den letzten drei Jahren in Hessen gewesen sind, die Weiterempfehlungsbereit für eine private Urlaubsreise nach Hessen erhoben.

Insgesamt zeigt Hessen einen positiven Net Promoter Score und hat einen hohen Anteil an begeisterten Gästen. Ein NPS in Höhe von +24 wird als ein zufriedenstellender Wert eingestuft. Als Begründung für die hohe Weiterempfehlungsbereitschaft werden vor allem die schönen Gegenden, die Landschaft und die Natur sowie positive Erfahrungen und Erlebnisse während der Reise genannt. Auch die Outdoor-Möglichkeiten (insbesondere Wandern) und die Gastgeber werden als Gründe für eine hohe Weiterempfehlungsbereitschaft an Freunde und Bekannte genannt. Für die Einordnung des Wertes von Hessen sei auf die Ergebnisse anderer Untersuchungen verwiesen. Beispielsweise wurden im Zuge einer Studie verschiedene Städtereiseziele, welche von den Befragten bereits während Corona besucht wurden, per Net Promoter Score eingeordnet. Der Mittelwert der Städte – darunter waren (Groß-)Städte aus Deutschland aber auch andere europäische Städte – lag bei einem Wert von -7.

Net Promoter Score

Der Net Promoter Score (NPS) ist eine Kennzahl, welche misst, inwiefern Konsument:innen ein Produkt oder eine Dienstleistung weiterempfehlen würden und wird mit einer Frage ermittelt: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie […] Ihren Freunden oder Bekannten weiterempfehlen?“. Gemessen werden die Antworten auf einer Skala von 0 (unwahrscheinlich) bis 10 (sehr wahrscheinlich). Als „Promotoren“ werden die Kund:innen bezeichnet, die mit 9 oder 10 antworten. Als „Detraktoren“ oder „Kritiker“ werden hingegen diejenigen angesehen, die mit 0 bis 6 antworten. Kund:innen, die mit 7 oder 8 antworten, gelten als „Passive“. Der Net Promoter Score wird dann als Differenz zwischen Promotoren und Kritikern bestimmt, kann also Werte von -100 bis +100 einnehmen. Je mehr Promotoren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Weiterempfehlung.

 

Ausblick

Im Februar 2022 wird erneut eine kurze Ausgabe des Tourismusradars Hessen erscheinen – wie gewohnt mit dem kompakten Überblick über die relevanten touristischen Kennzahlen für Hessen – bevor im März eine Langfassung veröffentlicht wird. Das Thema der nächsten Langfassung geben wir in der Februar-Ausgabe bekannt.

Wir wünschen Ihnen noch einen guten und erfolgreichen Start in neue Jahr 2022!

Die aktuelle Ausgabe des Tourismusradars Hessen können Sie auch hier als pdf downloaden.

Quellen

Repräsentative Befragung der deutschen Bevölkerung (eigene Erhebung, exklusiv für Hessen)
Hessisches Statistisches Landesamt
Statistisches Bundesamt (Destatis)

Hinweis: Die Darstellung und Erläuterung der Entwicklung der statischen Kennzahlen basiert auf der Grundlage der bei den statischen Ämtern jeweils monatlich veröffentlichten, absoluten Daten.




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Allgemein · Corona · Marktforschung · Tourismusradar


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