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©Quelle: HA Hessen Tourismus, Sven Hasselbach

Der Ferienhausmarkt in Hessen


Aktiver und nachhaltiger Outdoor-Urlaub, Workation, eine Auszeit mit der Familie oder Urlaub mit Hund, gerade Ferienhäuser werden dafür häufig gebucht.

Durch die wachsende Bedeutung des Online-Ferienhausmarkts sind das Suchen und Buchen von Ferienunterkünften so komfortabel wie nie zuvor. Die Pandemie hat den Wunsch nach naturnahem, individuellem und sicherem Urlaub zusätzlich beflügelt. Der Ferienhausmarkt konnte daher in den letzten Jahren neue Zielgruppen und Zielorte erschließen. Dieser Trend setzt sich nun weiter fort, und hat damit nicht nur Auswirkungen auf die Tourismusbranche, sondern auch auf die lokale Wirtschaft und die gesamte Volkswirtschaft.

Allerhöchste Zeit also einen Blick auf den Markt zu werfen. Hessen Tourismus hat sich deshalb an der Ferienhausmarktstudie 2023 des Deutschen Ferienhausverbandes beteiligt, die den zentralen Fragen nachgeht, wie groß der Markt im Jahr 2022 war und welche ökonomische Bedeutung ihm beigemessen werden kann. Die Studie schafft Transparenz, indem erstmalig exklusive Datenspenden von führenden Ferienhausanbietern ausgewertet werden konnten und ermöglicht somit eine ganzheitliche Perspektive auf den deutschen Ferienhaus- und Ferienwohnungsmarkt.


Zentrale Erkenntnisse

Im Jahr 2022 gab es in Deutschland 555.111 Ferienunterkünfte mit mehr als 2,6 Mio. Betten. Im Vergleich beträgt die Anzahl der in Beherbergungsbetrieben wie Hotels, Gasthöfe und Pensionen offiziell erfassten Betten in Deutschland 2 Mio. Betten.

Für Hessen weist die Studie 18.516 Ferienunterkünfte und 97.852 angebotene Betten aus. Die meisten Ferienunterkünfte davon erscheinen nicht in den offiziellen Beherbergungsstatiken, da diese lediglich gewerbliche Unterkünfte mit insgesamt mehr als zehn Betten erfassen.

Die TOP 5 Ferienhaus-Länder Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg verfügen über 75 % des Gesamtvolumens an Einheiten im deutschen Ferienhausmarkt.

Ferienhausunterkünfte nach Bundesland©Quelle: HA Hessen Agentur GmbH

Ferienhausunterkünfte nach Bundesland

Mit einem Anteil von 78 % entsprechen ein Großteil der angebotenen Ferienunterkünfte der Kategorie „Ferienwohnung“, die Kategorie „Ferienhaus“ bildet mit 17 % die zweitgrößte Unterkunftsform in Deutschland. Auf die Kategorie „Sonstige“ entfallen 5 % der Ferienunterkünfte wie beispielsweise Hausboote oder Chalets.

Private Ferienunterkünfte bilden dabei einen großen Anteil am wachsenden Gesamtmarkt von Ferienunterkünften (Anteil private Ferienhausbesitzer am Gesamtmarkt: statt 2014 – 68 %; 2022 – 82 %).


Weitere Aspekte für Hessen (Auswertungsjahr: 2022)

Vermarktung: 28 % (Deutschland 18 %) der Ferienunterkünfte in Hessen werden gewerblich verwaltet. 72 % (Deutschland: 82 %) der Ferienunterkünfte in Hessen werden von Privatpersonen verwaltet. In Hessen ist der Anteil gewerblich verwalteter Ferienunterkünfte somit deutlich höher als im Bundesvergleich.

Aus den Daten geht hervor, dass vor allem Privatpersonen die Möglichkeit nutzen, ihre Ferienunterkunft zu vermieten mit dem Ziel, zusätzliche Einnahmen zu generieren. Durch digitale Lösungen ist der Weg dahin weiter geebnet worden.

Auslastung: Die Auslastung im deutschen Ferienhausmarkt hängt stark vom Angebot, der Lage und der touristischen Infrastruktur ab. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Sommermonate in der Hauptferienzeit von Juni bis September am meisten gebucht werden. Für Hessen war der August 2022 mit einer Auslastung von 39 % der „stärkste“ Monat.

Buchungsformen: 90 % (Deutschland: 82 %) des Inventars in Hessen ist direkt online buchbar – ohne vorherige Anfrage. Damit liegt die Online-Buchbarkeit der Ferienunterkünfte in Hessen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Diese Art der Buchung ermöglicht eine schnellere Abwicklung und eine bessere Kundenerfahrung.

Durch die direkte Online-Buchung erhalten Touristen detaillierte Informationen über Ausstattung, Lage, Preise, aktuelle Rabatte und Verfügbarkeit von Ferienunterkünften in Echtzeit und können direkt den ausgewählten freien Zeitraum verbindlich buchen.

Umsatzvolumen: Im Jahr 2022 konnte der Ferienhausmarkt in Hessen allein durch Mieteinnahmen einen Marktumsatz von 194 Mio. Euro (Deutschland: 7,3 Mrd. Euro) erwirtschaften. Die Berechnung der Umsätze beruht auf der erhobenen Inventargröße, der Auslastung und den durchschnittlichen Vermietungspreisen pro Immobilie nach Monat und Bundesland.

Marktprognosen: Die Verlagerung des Ferienhausmarkts in den digitalen Raum wird die positive Entwicklung auch in den kommenden Jahren weiter stärken. Laut Prognosen wird der Ferienhausmarkt in den nächsten drei Jahren ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Bruttoumsatzes von 5 bis 8 % verzeichnen.

Eine Chance für den Ferienhausmarkt besteht darin, das private Angebot in professionelle Vermietungs- und Verwaltungsstrukturen zu integrieren, um eine höhere Auslastung und ein stärkeres Wachstum des deutschen Ferienhausmarktes zu ermöglichen. Für weitere Herausforderungen sorgen eine zunehmende Regulierung der Vermietung von Ferienunterkünften, sowie Konflikte in touristisch stark frequentierten Regionen (Übertourismus) und Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt.

Wirtschaftliche Effekte: Der Ferienhausmarkt sorgt für mehr als 1,07 Mrd. Euro (Deutschland: 28,6 Milliarden Euro) Gesamtumsatz pro Jahr in Hessen. Die Übernachtungsgäste in Ferienunterkünften in Hessen gaben im Schnitt pro Kopf und pro Tag 94,31 Euro (Deutschland: 92,95 Euro) aus.

Nur ein Viertel der Tourismusausgaben werden für die Unterkunft aufgewendet. Die restlichen 75 % fließen direkt in lokale Unternehmen wie Gastronomie, Einzelhandel, Freizeitwirtschaft, Kultur und Dienstleistungen. Die Kosten für die Unterkunft machen mit 25 % zwar den größten Anteil der Ausgaben der Gäste aus. Ferienhaus-Touristen konsumieren darüber hinaus aber lokal und regional.


Den ausführlichen Berichtsband zur Ferienhausmarktstudie 2023 des Deutschen Ferienhausverbandes finden Sie hier zum Nachlesen.



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