18. April 2018

KURevolution: Aufbruchstimmung beim 15. Hessischen Kurtag

Wiesbaden. Mit über 90 Anmeldungen aus ganz Deutschland ging der 15. Hessische Kurtag in Bad Schwalbach an den Start und hatte damit so viele Gäste wie noch nie. Kein Wunder: Unter dem Motto KURevolution standen besonders spannende Vorträge und Gespräche auf dem Programm. Das Motto war mit Bedacht gewählt: Die Heilbäder und Kurorte in Hessen wagen den Neuanfang und bleiben sich dennoch treu. Ziel ist es, die neue und erstmals definierte Marke DIE KUR in einem ganzheitlichen Ansatz auf die Heilbäder und Kurorte in Hessen zu übertragen und sie so in ihrer Einzigkeit darzustellen.

Revolution und Evolution

Natürlich sind die Heilbäder und Kurorte in Hessen in einen stetigen Wandel eingebunden. Im Laufe der über 2000jährigen Geschichte der Kur, die mit den Römern, die in den Wiesen badeten – und damit der Stadt Wiesbaden ihren Namen gaben – begann, über die Blütezeiten in längst vergangenen Jahrhunderten haben sie vieles erlebt. So auch die Kur, die durch die Sozialversicherungsträger verschrieben wurde und „nur noch“ in den Kliniken stattfand. Jetzt also eine weitere Entwicklungsstufe: Die Heilbäder und Kurorte in Hessen präsentieren sich auf dem privaten Markt und bieten dafür all ihr Wissen und vor allem ihre Tradition auf. Die neu und erstmals definierte Marke DIE KUR verbindet die Orte, die bereits mit ihrem Prädikat „Bad“ auf eine hohe Qualität verweisen, und verspricht den Gästen ein herausragendes, ganzheitliches Erlebnis.

Ebenso umfassend präsentierte der 15. Hessische Kurtag eine breit gefächerte Themenvielfalt, die Lust auf Umbruch und Erneuerung  machte.

Nach den Begrüßungen durch den Vorsitzenden des Hessischen Heilbäderverbandes, Volker Zimmermann, Bad Schwalbachs Bürgermeister Martin Hußmann und verschiedenen Vertreter der Politik, begann das Programm mit dem Vortrag „Entwicklungsreich“ von Ulrich Boller. Der Historiker gab einen Überblick über den Wandel des Begriffs Revolution und verband die Begriffe Evolution, Revolution und Kur mit einander. Sowohl bei der Revolution als auch bei der Evolution sei dabei ein Innehalten, ein Moment der Reflexion wichtig, um den richtigen Kurs im Blick zu behalten. Nur so könne man die  Entwicklungslinien erkennen, die dann zeigen, in welche Richtung der Weg führen sollte.

Aus dem Off begann dann der ebenso spannende wie unterhaltsame Vortrag von Profiler Suzanne Grieger-Langer. Unter dem Titel „Evolution, Revolution, Vision“ zeigte sie auf, wie man Menschen erkennen und verändern kann, warum manche stehenbleiben und wie man sich selbst motivieren kann, sich weiterzuentwickeln, um bereit für die Zukunft zu sein.

Nach einer Pause ging es dann frischgestärkt weiter mit dem Vortrag „Richtungsweisend“ von Dr. Gerhard Toepel, Klinik Königstein der KVB. Der Mediziner zeigte auf, wie sich die medizinische Rehabilitation aus der Kur entwickelt hat und wie ein gesunder Lebenstil und ganzheitlicher Ansatz sich auf das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen auswirken kann.

Wie sich die digitale Welt in den letzten Jahren entwickelt hat und wie sie sich täglich neu erfindet, erklärte Benjamin Gottstein von der Tourismuszukunft in seinem Beitrag „Bahnbrechend“. Dabei nahm er das Publikum mit auf eine digitale Zeitreise und blickte mit ihnen in die Zukunft.

Nachdem die Teilnehmer Zeit hatten, ihre eigenen Ideen für die Entwicklungen und Veränderungen in den Heilbädern und Kurorten zu Papier zu bringen, ging es weiter mit Claudia Schabler und Kristin Radermacher von Eckes-Granini. Sie berichteten darüber, was alles mit einem guten und vertrauensvollen Miteinander geschaffen werden kann und stellten das Miteinander als Voraussetzungen für neue Ideen und Impulse in den Mittelpunkt. Den Abschluss des Vortragsprogramms bestritt Marken-Spezialist Michael Domsalla, KMTO Markenmanufaktur, der erläuterte, wie die neuen Ansätze in den Heilbädern und Kurorten gestaltet und umgesetzt werden können. Domsalla zeigte eine erste Vision, wie sich die Wirklichkeit verändern lässt und in welchen Schritten es voran geht.

Nach dem spannenden Vortragsprogramm hatten die Teilnehmer noch die Gelegenheit, bei strahlendem Sonnenschein an einem Preview-Rundgang über die Landesgartenschau teilzunehmen, die Ende April offiziell eröffnet wird und dann bis Oktober zu einem Besuch einlädt.

Natürlich bot der 15. Kurtag auch wieder Zeit und Raum für persönliche Gespräche und interessante Begegnungen und ging leider viel zu schnell zu Ende. Die Bäderfamilie freut sich jetzt schon auf den 16. Bädertag im kommenden Frühjahr. (Foto: Heiko Rhode)

Wiesbaden, 16. April 2018




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Autor(in)
Almut Boller
Hessischer Heilbäderverband