Touristische Unterrichtungstafeln an Autobahnen erstmals untersucht

8. März 2020
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Harzer Tourismusforscher: Hinweisschilder wirken kurz‐ und langfristig

Hellbraune Tafeln mit weißer Schrift und Symbolik weisen entlang der Autobahnen auf touristische Ziele und Sehenswürdigkeiten hin. Wissenschaftler haben jetzt erstmals untersucht, wie diese sogenannten touristischen Unterrichtungstafeln wahrgenommen werden. Das Ergebnis: Die Hinweisschilder wirken kurz- und langfristig.

In der Online‐Befragung der Hochschule Harz zeigte sich, dass knapp jeder Sechste bereits mindestens einmal dem Hinweis auf ein besonderes Reise‐Ziel spontan gefolgt ist. Zwei von drei Personen gaben an, dass sie sich an konkrete Schilder sowie die auf diesen abgebildeten Sehenswürdigkeiten, Städte oder Landschaften erinnern können. Nur 4 Prozent sagten, sie hätten die Tafeln noch nie wahrgenommen.

„Offenbar gibt es kurz‐, mittel‐ und langfristige Wirkungen“, erklärt Prof. Dr. Sven Groß, der an der Hochschule Harz auf dem Gebiet des Verkehrsträgermanagements lehrt und forscht. Waren die Befragten einem Hinweis kurzfristig gefolgt, investierten sie sogar längere Fahrtzeiten: zwei von drei (65,4 Prozent) bis zu 30 Minuten. Ein Teil derer, die dem Hinweis einer touristischen Unterrichtungstafel nicht spontan gefolgt war, merkte sich das Ziel für spätere Ausflüge vor. „Einige Personen haben uns in zusätzlichen Leitfadeninterviews von Listen erzählt, die sie sich während oder nach der Autofahrt machen.“ Eine weitere der im Rahmen der Studie untersuchten Fragen war, wie viele touristische Unterrichtungstafeln es in Deutschland inzwischen überhaupt gibt. Seit deren Einführung im Jahr 1984 sind die obersten Verkehrsbehörden eines jeweiligen Bundeslandes zuständig, ohne dass ein zentrales Register existiert. Insofern mussten die jeweiligen Institutionen einzeln befragt werden. „Derzeit ist davon auszugehen, dass an den deutschen Autobahnen mehr als 3.400 dieser Schilder mit rund 1.800 verschiedenen Motiven aufgestellt wurden“, so Prof. Dr. Sven Groß. Spitzenreiter sei Bayern mit mehr als 800 touristischen Unterrichtungstafeln an Autobahnen. Begrenzt ist die Zahl der hellbraunen Tafeln in der Richtlinie für die touristische Beschilderung (RtB) nur insoweit, dass zwischen zwei Anschlussstellen maximal zwei Hinweise zu touristisch bedeutsamen Zielen stehen sollen. „Davon wird an einigen Stellen bereits abgewichen. Man sollte im Auge behalten, ob zu viele Hinweise nicht die intendierte Wirkung der Tafeln unterlaufen“, sagt Prof. Groß. Und was sagen die Befragten? Aktuell finden nur 9 Prozent, dass die Zahl der Tafeln reduziert werden sollte. Rund 40 Prozent stimmen sogar für eine Erhöhung und 50 Prozent sind dafür, dass die Gesamtzahl der Hinweise gleich bleibt.

Die Online‐Befragung fand zwischen dem 21. und 28. Juni 2019 über ein Panel der respondi AG statt. Insgesamt beantworteten 1.100 Frauen und Männer die 41 Fragen. Aus dem Online‐Panel mit 100.000 Personen wurde eine quotierte Stichprobe aus deutschen Internetnutzern gezogen, denen ein PKW im Haushalt zur Verfügung steht (Konfidenzniveau: 95 Prozent, Fehlerspanne: 3 Prozent). Alle Ergebnisse der Online‐Befragung und der weiteren Untersuchungen wurden im Januar 2020 in dem Buch „Touristische Beschilderung an deutschen Autobahnen“ (Verlag: UVK) veröffentlicht.

 

Hochschule Harz
Hochschule für angewandte Wissenschaften
Friedrichstraße 57 – 59
38855 Wernigerode
www.hs-harz.de


Autorin: Alisha Thomas
Hessen Tourismus
Projektmanagerin Content Team
E-Mail: alisha.thomas@hessen-agentur.de
Telefon: +49 611 95017-8116
Website: https://www.hessen-tourismus.de/
Kategorien: Allgemein · Marktforschung
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