Inhalt anspringen
Skip NavigationMenu

Strategischer Marketingplan

SMP 2025+

Das Bild zeigt den Blick in die Flucht einer Hängebrücke (Skywalk Willingen) durch eine Waldlandschaft und trägt die Aufschrift "SMP 2025+ Strategischer Marketingplan für den Tourismus in Hessen".Quelle: HA Hessen Tourismus | CC0 1.0 Universal

Der Strategische Marketingplan 2025+ für den Tourismus in Hessen (SMP) bildet die zentrale Arbeitsgrundlage für die touristische Marktbearbeitung der Landestourismusorganisation (LTO) Hessen Tourismus (Hessen Agentur) ebenso wie für alle Partnerinnen und Partner im hessischen Tourismus.

Der SMP 2025+ baut inhaltlich auf dem vorhergehenden SMP 2019–2024 auf und entwickelt ihn systematisch weiter. Als Fortschreibung der vorherigen SMP-Version rückt er die digitale Transformation im Tourismus sowie die touristische Markenführung in Hessen in den Fokus.

Kompaktversion SMP 2025+ zum Download
Veröffentlichung: September 2025

Grundlagen und Prozess

Die Fortschreibung des SMP basiert auf einer Reihe tragfähiger Grundlagen, die sowohl inhaltlich als auch strukturell das touristische Handeln in Hessen prägen. Dazu zählen u.a. der Tourismuspolitische Handlungsrahmen (TPH) 2023 und der vorangegangene Strategische Marketingplan 2019–2024 sowie strategische Konzeptionen zur digitalen Transformation.

Tourismuspolitischer Handlungsrahmen 2023

Der TPH stellt die aktuelle tourismuspolitische Rahmenstrategie für die Tourismusentwicklung in Hessen dar. Er definiert die Rolle von Hessen Tourismus und formuliert konkrete Aufgaben, die in den SMP 2025+ eingeflossen sind:

Aufgabenbeschreibung von Hessen Tourismus gemäß TPH 2023:

  • Markenmanagement für die touristische Markenfamilie Hessen
  • Unterstützung des hessischen Tourismus als Kompetenzzentrum für Digitalisierung, Datenmanagement und digitale Transformation
  • Koordination des touristischen Qualitätsmanagements auf Grundlage eines marken- und zielgruppenorientierten Qualitätsverständnisses
  • Marktforschung und Monitoring der Marktforschungsergebnisse
  • Wissensmanagement und Wissenstransfer
  • Marketing-Management

Hessen Tourismus hat darüber hinaus die Federführung für die Umsetzung der beiden Handlungsfelder (HF) gemäß TPH 2023: HF5: „Digitalisierung und digitale Transformation“ und HF7: „Angebots- und Qualitätsmanagement“ inne und treibt die Umsetzung der in diesen Handlungsfeldern definierten Leitprojekte maßgeblich voran.

Strategischer Marketingplan 2019–2024

Der SMP 2025+ knüpft an den SMP 2019–2024 an, mithilfe dessen die Weichen für ein markenorientiertes und digital anschlussfähiges Tourismusmarketing und -management gestellt wurden. Hessen Tourismus hat sich konsequent weiterentwickelt – von einer Landesmarketingorganisation hin zu einer strategisch agierenden Landestourismusorganisation.

Mit einem ganzheitlichen Ansatz der touristischen Marktbearbeitung und einer umfassenden Vernetzung in die hessische Tourismuswirtschaft wirkt sie insbesondere in die zehn hessischen Destinationen hinein. Mit der Umsetzung des SMP 2019-2024 wurden zentrale Grundlagen gelegt:

  • Aufbau der touristischen Markenfamilie Hessen
  • Etablierung als Steuerungs- und Kommunikationseinheit für das touristische Landesmarketing
  • Verankerung der Digitalisierung
  • Implementierung digitaler Infrastruktur durch den Aufbau des Tourismus-Hub Hessen als Datenplattform für die hessische Tourismuswirtschaft
  • Entwicklung und Umsetzung eines landesweiten Qualitätsverständnisses

Mit der Fortschreibung des SMP 2019-2024 wird der Übergang von einer projektorientierten Aufbauarbeit hin zum laufenden Betrieb digitaler Systeme und zum integrierten Tourismusmanagement konsequent weitergeführt. Ausgangspunkt hierfür war die Umsetzung zentraler Tools und Systeme im Tourismus-Hub Hessen bis 2023/2024. Damit verbunden sind veränderte Rollen, Aufgaben, Schnittstellen und Kooperationsprozessen.

Beteiligte am Prozess

Quelle: HA Hessen Tourismus
Stadtpanorama von Frankfurt am Main mit dem markanten Fernsehturm und der Skyline im Hintergrund.

Digitalisierung

Die zentrale Grundlage für den SMP 2025+ ist die konsequente Verankerung der Digitalisierung. Der SMP ist damit digital gedacht und setzt einen klaren Schwerpunkt auf den Ausbau von Strukturen und Kompetenzen. Wesentliche Impulse sind im aktuellen SMP integriert:

  • Der Tourismus-Hub Hessen bildet das Fundament digitaler Aktivitäten für die Tourismusbranche. Gemeinsam mit den hessischen Destinationen erhobene Daten werden allen Partnerinnen und Partner im touristischen System zur Verfügung gestellt.
  • Die Rolle von Hessen Tourismus als landesweites Kompetenzzentrum für Digitalisierung im Tourismus wird weiter gestärkt und operativ ausgebaut.
  • Digitalisierung wird als Querschnittsfunktion in allen strategischen Wegen verankert.
Zwei Personen laufen auf einem Steg der auf dem Main angebracht ist. Im Hintergrund sieht man den Fluss, ein Schiff eine Brücke und die Frankfurter Skyline.Quelle: HA Hessen Tourismus | CC0 1.0 Universal

Markt- und Rahmenbedingungen

In den letzten Jahren haben sich die Markt- und Rahmenbedingungen für den Tourismus mit weitreichender Dynamik verändert. Digitale Transformation, Krisen wie die Corona-Pandemie sowie geopolitische, ökonomische und ökologische Faktoren prägen das touristische System in bisher nicht gekanntem Ausmaß.

Trotz steigender Preise bleibt die Reisebereitschaft hoch – gleichzeitig wachsen die Ansprüche an Authentizität, Qualität und digitale Services. Informations- und Buchungswege verändern sich rasant durch Künstliche Inteligenz und Social Commerce. Für Tourismusakteure bedeutet das: Resilienz, Anpassungsfähigkeit und Innovationsbereitschaft. Die Fähigkeit zur agilen Reaktion auf Marktveränderungen wird damit zur zentralen Zukunftskompetenz.

Vier zentrale Entwicklungslinien bestimmen die touristische Transformation:

Ökologische und soziale Nachhaltigkeit

Die ökologische und soziale Nachhaltigkeit ist zur wichtigen Gestaltungsaufgabe im Tourismus geworden. Sie prägt zunehmend die Erwartungen von Gästen, der Bevölkerung sowie politischen und gesellschaftlichen Akteuren. Zukunftsfähiger Tourismus muss ökologische Belastungsgrenzen respektieren, lokale Wertschöpfung stärken und soziale Balance fördern.

In Hessen rücken der Beitrag des Tourismus zur Natur- und Umweltbildung, ressourcenschonendes, energie- und abfallarmes Wirtschaften vor allem auf betrieblicher Ebene und der verantwortungsvolle Umgang mit Schutzräumen in den Fokus. Die soziale Nachhaltigkeit wird insbesondere durch ein verändertes Tourismusverständnis im Sinne der „Erlebnisökonomie“ gestärkt.

Tourismus als Erlebnisökonomie

Das Tourismusverständnis wandelt sich national und international: Im Sinne eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnisses wird Tourismus zunehmend als Instrument zur Steigerung der Lebensqualität der Bevölkerung und zur Stärkung der Standortqualität einer Region begriffen.

Auch in Hessen wird die Bevölkerung – als Teil einer integrierten Erlebnisökonomie –  zunehmend als gleichberechtigte Ziel- und Nutzergruppe touristischer Angebote gesehen, die zur regionalen Wertschöpfung im Bereich Tourismus, Freizeit und Naherholung beiträgt. Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung übernimmt der Tourismus eine gesellschaftliche Schlüsselrolle als Leitökonomie und zugleich als sozialer Faktor für Freizeit, Naherholung und Gesundheitsvorsorge.

Digitale Transformation

Die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft durchdringt alle Ebenen des Tourismus: Sie verändert nicht nur das Buchungs- und Informationsverhalten der Gäste, sondern auch die Kommunikation, Wertschöpfung und Steuerung im touristischen System. Der Anspruch an nahtlose, personalisierte und digitale Services ist hoch. KI-gestützte Anwendungen eröffnen neue Potenziale, erfordern aber Kompetenzen, Investitionen und Vernetzung innerhalb der Tourismusinfrastruktur.

Für Hessen ist die digitale Transformation Hebel für Effizienz, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Zentrale Aufgaben sind der Ausbau des Tourismus-Hub Hessen, vernetztes Datenmanagement und die Stärkung digitaler Vertriebsketten.

Tourismusfinanzierung

Die Finanzierung des Tourismus bleibt eine zentrale Herausforderung. Wachsende Aufgaben, höhere Qualitätsansprüche und digitale Anforderungen stehen begrenzten öffentlichen Mitteln gegenüber. Viele Tourismusorganisationen sind von kommunaler Finanzierung abhängig und verfügen über geringe Eigeneinnahmen. Um die Handlungsfähigkeit zu sichern, braucht es neue Denk- und Finanzierungsmodelle: effizientere Strukturen, zentrale Aufgabenbündelung, digitale Tools sowie eine Stärkung der Finanzierungsbasis durch gesetzliche oder freiwillige Instrumente.

Ausgangssituation

Tourismus: Motor für Standort, Wirtschaft und Lebensqualität

Der Tourismus ist in Hessen ein bedeutender Standortfaktor. Er ist ein zentraler Faktor für die Lebensqualität für Bürgerinnen und Bürger sowie für die Standortqualität hessischer Unternehmen. Zudem kommt dem Tourismus in erheblichem Maße eine strukturstabilisierende Wirkung für die ländlichen Räume Hessens zu.

Tourismus hat für Hessen eine höhere Bedeutung als für viele andere Bundesländer: Hessen liegt auf Platz sechs im Bundesländervergleich bei den Übernachtungen und auf Platz vier bei der Übernachtungsintensität und damit gleichauf mit Niedersachsen (gemäß der amtlichen Tourismusstatistik). Nur die drei Flächen-Urlaubsreiseländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern haben eine höhere Tourismusintensität (Relation zwischen Einwohnerinnen und Einwohnern sowie Übernachtungen). Frankfurt am Main weist im Vergleich aller Großstädte in Deutschland 2024 die höchste Tourismusintensität insgesamt auf (Frankfurt am Main: 14.339, München: 12.291, Hamburg: 8.655) (vgl. Statistisches Bundesamt, 2025).

Nachfrageentwicklung in Hessen

Die touristische Nachfrage in Hessen hat sich nach dem pandemiebedingten Einbruch schrittweise erholt. Während das Niveau von 2019 im Jahr 2024 noch nicht vollständig erreicht wird, ist bis 2025 mit einer weitgehenden Rückkehr zum Vor-Corona-Niveau zu rechnen. Insgesamt wurden 2024 in Hessen rund 15,6 Mio. Ankünfte und 34,8 Mio. Übernachtungen registriert. Das entspricht einer Steigerung von 13,8 % bei den Ankünften und 11,5 % bei den Übernachtungen gegenüber 2014. Im Vergleich zum bisherigen Höchststand im Jahr 2019 fällt die Entwicklung allerdings moderat aus, insbesondere im ländlichen Raum (vgl. Hessisches Statistisches Landesamt, 2014-2024).

Tourismus in Hessen 2024

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt
Stand: Dez. 2024, gewerbliche Betriebe ab 10 Betten

Der Tourismus in Hessen wird weiterhin stark durch den Ballungsraum Frankfurt Rhein-Main geprägt. Die großen Städte Hessens zeigen sich auch weiterhin als Wachstumsmotoren, während viele ländliche Regionen trotz einzelner positiver Impulse ein unterdurchschnittliches Wachstum verzeichnen.

Ein langfristiger Trend, der sich auch im Gesamtmarkt fortsetzt, ist die rückläufige Aufenthaltsdauer. Trotz steigender Ankunftszahlen nimmt die durchschnittliche Verweildauer der Gäste tendenziell ab, sie liegt bei 2,3 Tage im Jahr 2024 für Hessen. Die Ausreißer in den Jahren 2020 und 2021 sind der Corona-Pandemie geschuldet. Zudem zeigt sich die internationale Nachfrage als zunehmend stabilisierender Faktor: Ausländische Quellmärkte verzeichnen ein überproportionales Wachstum und gewinnen wieder an Bedeutung für Hessen.

Insgesamt befindet sich der hessische Tourismus in einem langfristigen Veränderungsprozess. Dabei bestehen weiterhin große Unterschiede zwischen urbanen und ländlichen Räumen sowohl hinsichtlich des Wachstums als auch der strukturellen Herausforderungen.

Hessen erzielte im Jahr 2024 eine touristische Wertschöpfung mit einem Bruttoumsatz von etwa 14,57 Mrd. €, sowie eine Einkommenswirkung von 6,9 Mrd. € – daraus resultiert ein Einkommensäquivalent von rund 208.370 Personen, die durch den Tourismus ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Quelle: dwif Wirtschaftsfaktor Tourismus Hessen 2024.

Eine Hand hält draußen im Grünen ein Smartphone, auf dem die Website von Hessen Tourismus zu sehen ist. Im Hintergrund ist unscharf ein Fahrrad zu erkennen.Quelle: HA Hessen Tourismus | CC0 1.0 Universal

Schlussfolgerungen

Der Tourismus in Hessen agiert im Spannungsfeld wachsender Anforderungen, knapper Ressourcen und zunehmender Wettbewerbsdynamik. Daraus leiten sich wichtige Handlungserfordernisse für die landesweite Tourismusarbeit ab:

  • Sicherung der Aufgabenwahrnehmung: Es sind starke Impulse notwendig, um die touristische Entwicklung in Hessen zukunftsfähig zu gestalten. Die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts ist künftig durch adäquaten Mitteleinsatz zu sichern. Die Kontinuität in der Ausrichtung und in der Finanzausstattung ist entscheidend für die Glaubwürdigkeit bei den Partnerinnen und Partnern in Hessen und für eine langfristig positive Marktwirkung.
  • Anpassungsfähigkeit: Auch nach der Pandemie ist die Marktentwicklung dynamisch, krisenanfällig und volatil geblieben. Daraus ergibt sich ein erhöhter Bedarf an Anpassungsfähigkeit und Agilität in allen Bereichen des touristischen Systems.
  • Digitalisierung und digitale Transformation: Markenmanagement, Wissensmanagement sowie Marktforschung und Monitoring gewinnen weiter an Bedeutung. Die Anforderungen an Entwicklung, Management, Vermittlung und Qualifizierung steigen. Diese Aufgaben werden systematisch weiterentwickelt und sollen mit entsprechenden Ressourcen bei Hessen Tourismus ausgestattet werden.
  • Zusammenarbeit Landes- und Destinationsebene: Ein zentraler Hebel liegt in der Stärkung der Zusammenarbeit im touristischen System, insbesondere zwischen Landes- und Destinationsebene. Dabei sind neue Kooperationsformate und Konsolidierungsmöglichkeiten zu prüfen, um Synergien zu heben und Effizienzpotenziale zu realisieren. Tourismusübergreifende Partnerschaften z.B. mit Wirtschaft, Kultur oder Regionalentwicklung sollten strategisch ausgebaut werden.

Insgesamt befindet sich die touristische Marktbearbeitung auf Landesebene in einem Transformationsprozess: Hessen Tourismus wandelt sich weg von abgegrenzten Projekten hin zu dynamischen, vernetzten Prozessen, die innerhalb der Organisation selbst sowie im gesamten touristischen System Hessen definiert, organisiert und miteinander abgestimmt werden.

Grüne Weinreben, im Hintergrund ein SchlossQuelle: HA Hessen Tourismus | CC0 1.0 Universal

Strategische Ausrichtung

Vision

Die touristische Marktbearbeitung auf Landesebene schließt sich den Zielen und der im TPH 2023 benannten Vision für den Tourismus in Hessen konsequent an:

Tourismus ist in Hessen ein entscheidender Faktor für die Wirtschafts- und Standortentwicklung sowie für die Aufenthalts- und Lebensqualität für Gäste und Einheimische sowie Leistungsanbietende und Unternehmen.

Mission

Hessen Tourismus agiert an der Schnittstelle zwischen Landesebene, Destinationen, Leistungsträger/innen sowie weiteren Partner/innen im touristischen System. Die LTO wirkt dabei gleichermaßen nach außen in der Vermarktung des Reiselandes Hessen und nach innen als Entwicklungs- und Managementorganisation im System Tourismus. Für Hessen Tourismus ergibt sich hieraus folgende Mission:

Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern entwickeln und vermarkten wir die attraktive Tourismusdestination Hessen. Hierbei setzen wir insbesondere auf starke Marken einer gemeinsamen touristischen Markenfamilie sowie auf hohe Digital- und Datenkompetenz. Wir befähigen die hessische Tourismus- und Freizeitwirtschaft mit: Vorbildern, Impulsen, Wissen, Koordination und dem Tourismus-Hub Hessen.

  • Vorbilder: Hessen Tourismus lebt Markenführung und digitale Transformation mit dem Schwerpunkt Datenmanagement vor. In der Unternehmenskultur, in Projekten und in der Kommunikation zeigt Hessen Tourismus beispielhaft, wie ein markenbezogener und digitaler Tourismus gestaltet werden kann.
  • Impulse: Hessen Tourismus setzt strategische Impulse zur Weiterentwicklung des Tourismusstandorts Hessen, z.B. Unterstützung zur systematischen Datenerfassung, innovative Marketingansätze, neue Angebotsformate oder relevante Partnerschaften.
  • Wissen: Hessen Tourismus setzt ein systematisches Wissensmanagement im touristischen System in Hessen um. Dies umfasst u.a. Informations-, Weiterbildungs- und Austauschformate. Ziel ist es, dass alle Partnerinnen und Partner im touristischen System Informationen und Wissen einfach zugänglich erhalten.
  • Koordination: Hessen Tourismus übernimmt eine koordinierende Rolle in landesweiten Prozessen und Projekten. Auch die Schnittstellenfunktion innerhalb der landesweiten Dateninfrastruktur fällt in diesen Aufgabenbereich.
  • Tourismus-Hub Hessen: Als digitales Kompetenzzentrum übernimmt Hessen Tourismus eine strategisch zentrale Rolle im Ausbau der digitalen landesweiten Destinationsentwicklung. Mit dem Tourismus-Hub Hessen besteht eine digitale Plattform für landesweite Aktivitäten, die von Hessen Tourismus aktiv gesteuert und weiterentwickelt wird.

Fokus auf Marke und Daten

Hessen Tourismus stellt das Markenmanagement sowie das Datenmanagement in den Fokus der touristischen Marktbearbeitung. Dies bedeutet im Überblick:

  • Die konsequente Ausrichtung auf die touristische Markenfamilie Hessen lässt die starken Marken im Land sichtbar werden und macht damit eine partnerschaftliche Marktbearbeitung der Organisationen in Hessen möglich.
  • Der gezielte Ausbau von Digital- und Datenkompetenz bildet die grundlegende Ressource für eine zukunftsfähige touristische Marktbearbeitung auf allen Ebenen im Tourismus in Hessen.

Markenmanagement

Quelle: HA Hessen Tourismus

Seit 2021 setzt Hessen Tourismus auf eine gemeinsame Profilierung über die touristische Markenfamilie Hessen. Ziel ist es, das Reiseland Hessen einheitlich und wiedererkennbar zu präsentieren.

Die Markenfamilie schafft einen verbindlichen Rahmen für eine abgestimmte Markenkommunikation. Durch Wiedererkennungswerte über typische Angebote (z.B. Best-of-Angebote, Produkte, Services, Erlebnisse, Bildsprachen und Frameworks) wird ein klar konturiertes und attraktives Markenbild vermittelt. Dies erhöht die Sichtbarkeit und Wiedererkennbarkeit bei Gästen.

Die Markenfamilie bildet eine Klammer für Kooperationen im touristischen System. Sie schafft Orientierung, fördert Synergien und erleichtert es Partnerinnen und Partnern, sich mit ihrer regionalen Identität einzubringen, ohne Brüche im Gesamtbild zu erzeugen. Die Markenfamilie stärkt die Identität und Vernetzung nach innen und ist ein zentrales Steuerungsinstrument für die kommunikative und strategische Ausrichtung von Hessen Tourismus.

Datenmanagement

Die Digitalisierung ist nicht nur technologische Voraussetzung, sondern strategischer Hebel für die erfolgreiche Umsetzung des SMP. Hessen Tourismus entwickelt digitale Lösungen zur internen Nutzung wie auch zur Unterstützung der touristischen Akteure im Land. Ziel ist es, die im SMP aufgeführten Handlungsfelder digital und datengestützt umzusetzen.

Hessen Tourismus hat mit dem Tourismus-Hub Hessen in den vergangenen Jahren eine digitale Plattform für die hessische Tourismusbranche aufgebaut. Ziel ist es, das touristische Angebot in Hessen flächendeckend zu digitalisieren und online sichtbar zu machen. Ergänzt wird das Angebot durch Analyse-, Wirkungs-, und Marktforschungsdaten, die der Branche fundierte Entscheidungsgrundlagen liefern.

Der Tourismus-Hub Hessen mit seinen fünf Modulen Content-Hub, Erlebnis-Hub, Media-Hub, Weiterbildungs-Hub und Performance Hub ist Basis für ein erfolgreiches Digital- und Datenmanagement und zugleich für eine zukunftsfähige Tourismusentwicklung des Landes.

Holzbohlenweg führt durch einen lichten, grünen Birkenwald mit dichtem Unterwuchs im Naturschutzgebiet.

Nachhaltigkeit

Die Umsetzung der übergeordneten Leitlinie Nachhaltigkeit des TPH erfolgt arbeitsteilig innerhalb des touristischen Systems. Hierfür arbeiten die Tourismus Management Hessen UG (TMH) und Hessen Tourismus eng zusammen.

Hessen Tourismus unterstützt diesen Prozess mit seiner kommunikativen und operativen Kompetenz. Konkret übernimmt Hessen Tourismus eine Rolle im Wissensmanagement, bereitet Zahlen, Daten und Fakten auf und liefert diese zur Weiterverwendung in Berichten, Projekten und Kommunikationsmaßnahmen. Darüber hinaus macht Hessen Tourismus nachhaltige Angebote in der touristischen Vermarktung sichtbar. Das touristische Landesmarketing ist primär auf Gästegewinnung ausgerichtet, bezieht die Bevölkerung anlassbezogen als Zielgruppe ein.

Intern hat sich Hessen Tourismus intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt und Maßnahmen zur Umsetzung nachhaltiger Prinzipien in der Abteilung identifiziert, gebündelt und priorisiert. Hessen Tourismus leistet in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit einen Beitrag.

Zielgruppen und Quellmärkte

Bei der Marktbearbeitung der Zielgruppen und Quellmärkte setzt Hessen Tourismus auf Kontinuität zum SMP 2019 – 2024.

Hessens Lieblingsgäste

Menschen, die dem postmateriellen Milieu zugeordnet werden, sind bildungsnah, werteorientiert und qualitätsbewusst. Sie suchen echte Erlebnisse, Natur und Kultur und passen damit perfekt zu Hessen.

Hessen Tourismus orientiert sich in der Marktbearbeitung weiterhin an der bewährten Sinus-Milieustruktur. Perspektivisch sind Anpassungen in der Zielgruppenstrategie nicht ausgeschlossen, wenn sich gesellschaftliche Einstellungen und Verhaltensmuster in den Zielgruppen verändern.

Für die landesweite touristische Marktbearbeitung bedeutet dies eine zielgruppenorientierte Aussteuerung der Marketingaktivitäten. Der Fokus wird noch stärker auf digitale und datengestützte Kommunikation entlang der definierten Zielgruppe gelegt.

Quellmärkte

Bei der Definition der Quellmärkte folgt die Marktbearbeitung einem klar zielgruppenorientierten Kurs. Im Inland steht die digitale Ansprache der Lieblingsgäste im Fokus – flexibel ausgesteuert auf urbane Verdichtungsräume mit hoher Zielgruppendichte, vor allem in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg sowie Teilen von Rheinland-Pfalz und Bayern.

Die internationale Marktbearbeitung wird unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Ressourcen und Mittelausstattung fortgeführt. Der Fokus liegt weiterhin auf der Schweiz und Österreich als den wichtigsten Auslandsquellmärkten. Diese werden analog zur Inlandsstrategie zielgruppenbasiert, flexibel und datengetrieben bearbeitet. Die Bearbeitung zusätzlicher internationaler Quellmärkte, z.B. im Rahmen destinationsübergreifender Aktivitäten, kann koordiniert durch Hessen Tourismus erfolgen, setzt entsprechendes Interesse seitens der hessischen Destinationen und Städte sowie Ressourcen bei Hessen Tourismus voraus.

Handlungsfelder

Hessen Tourismus setzt den SMP 2025+ in sechs strategischen Wegen um. Jeder dieser Wege steht für ein Handlungsfeld und ist als ein durch Hessen Tourismus geführter Zusammenarbeitsprozess im touristischen System zu verstehen.

Jedes Handlungsfeld umfasst Ziele, Maßnahmen und Abläufe, die gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern in der hessischen Tourismuswirtschaft umgesetzt werden. Sie bilden die Grundlage für eine wirkungsvolle, messbare und partnerschaftliche Umsetzung des SMP 2025+.

Quelle: HA Hessen Tourismus

Markenmanagement

Die touristische Markenfamilie wird konsequent weiterentwickelt und über alle Kanäle konsistent umgesetzt. Ziel ist eine klare Markenführung und die Gewährleistung der Anschlussfähigkeit für Destinationen, Regionen und Betriebe. Erlebnisse, Botschaften und Designs sprechen eine gemeinsame Sprache.

Vorhaben

  • Digitale Markenidentität (weiter)entwickeln und Markenwerte digital sichtbar machen
  • Digitale Kanäle und Content als Träger der touristischen Markenfamilie entwickeln, Besetzung digitaler Touchpoints, digitale Planung und Umsetzung des Gästeerlebnisses, digitale Interaktion
  • Daten- und performancegetriebene Markenführung, Performance-Messung der Marke über digitale Kennzahlen, Monitoring und Reporting zur Markensteuerung
  • Digitale Sichtbarmachung und Vermittlung der Marke über Frameworks und Templates, markenkonforme Textgenerierung über KI-Tools, Webkomponenten, Bildwelten

Qualitätsmanagement

Angebote und Dienstleistungen in Hessen sollen überzeugen – durch systematische Qualitätssicherung und gezielte Verbesserungen auf allen Ebenen, abgestimmt und wirksam gebündelt.  –> mehr zum Qualitätsmanagement 

Vorhaben

  • Etablierung markenkonformer Qualitätsstandards über Best-of-Kriterien
  • Nutzung der Tourismus-Hub-Module im Qualitätsmanagement
  • Einsatz marken- und zielgruppenrelevanter Daten in Qualitätsprozessen

Performancemanagement

Entscheidungen brauchen belastbare Daten: Mit Monitoring, Benchmarking und einem landesweiten Dashboard wird der
Tourismus datenbasiert gesteuert. Das Dashboard ist faktenbasiert, transparent und strategisch.

Das Performancemanagement umfasst die systematische, kennzahlengestützte Steuerung der touristischen Entwicklung in Hessen. Die inhaltlichen Schwerpunkte des SMP erfordern eine Weiterentwicklung des Performance-Hub, dieser ist operativer und umsetzungsorientierter auszurichten. Ein Analytics-Tool sollte zum Einsatz kommen, um insbesondere die Wirkungseffekte in den Bereichen Digitalisierung und Markenmanagement gezielt messbar machen.

Ein wichtiger Bestandteil dabei ist die Überprüfung der bisher eingesetzten Kennzahlen. Ziel ist es, relevante Kennzahlen für Hessen Tourismus und die Partnerinnen und Partner zu definieren, die in ihrer Erhebung einen konkreten Mehrwert bringen (siehe TPH).

Vorhaben

  • Weiterentwicklung des Dashboards „Performance-Hub Hessen“
  • Systematisierung markenbezogener Kennzahlen und Einbindung in das Dashboard
  • Einbindung des Ziel- und Kennzahlensystems aus dem TPH 2023
  • Ermöglichen datenbasierter Steuerung und Umsetzung auf allen Ebenen im Tourismus in Hessen
  • Systematische Nutzung der Daten des Dashboards

Wissensmanagement

Wissen ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Der SMP fördert Austausch, Weiterbildung und den einfachen Zugang zu Know-how. Wissen wird vernetzt und für alle Akteure im touristischen System bereitgestellt und zugänglich gemacht. Das Wissensmanagement schafft einen systematischen Wissensaufbau im touristischen System durch strukturierte Informations-, Weiterbildungs- und Austauschformate.

Vorhaben

  • Hinführung des Tourismusnetzwerks Hessen zu einer digitalen Wissensplattform
  • Synergien mit anderen Wissensträgern aufbauen, wie z.B. DZT, IHKn, DEHOGA, Destinationen
  • Daten- und Markenmanagement als Schlüsselfunktion für die Entwicklung des Tourismus sichtbar machen
  • Umsetzung der Leitprojekte aus dem TPH 2023 (z.B. Qualifizierung, Besuchendenmanagement)
  • Nutzung der Module des Tourismus-Hub Hessen

Datenmanagement

Der Tourismus-Hub Hessen bündelt und vernetzt das touristische Angebot digital, um es sichtbar zu machen. Ziel: Ein digitaler Zwilling des touristischen Angebots Hessens und die Platzierung der Datensätze in digitalen Plattformen und Systemen.

Vorhaben

  • Erweiterung des markenbezogenen Contents im Datenmanagement (qualitativ und quantitativ)
  • Ausbau des Tourismus-Hub Hessen mit KI-gestützten-Anwendungen
  • Systematisierung der Aufgaben zum Datenmanagement im Drei-Ebenen-Modell
  • Ausbau der Distribution der Daten / Anbindung an datenbasierte Systeme
  • Definition klarer Ziele und Kennzahlen in Bezug auf Menge und Qualität der Daten

Marketingmanagement

Die zielgruppenfokussierte Vermarktung des Reiselandes Hessen und seiner Destinationen erfolgt digital, datenbasiert und markenzentriert. Ziel ist ein starkes, gemeinsames Landesmarketing im Zusammenspiel mit den Partnerinnen und Partnern, z.B. durch gemeinsame Marketingkampagnen und aufeinander abgestimmte Marketingaktivitäten.

Vorhaben

  • Sichtbarmachung der Markenfamilie durch Kampagnen und Marketingaktivitäten in digitalen Kanälen
  • Digitale Umsetzung des markenkonformen Gästeerlebnisses
  • Ausbau des daten- und performancegetriebenen Marketings
  • Zielgruppenorientierte Integration des Erlebnis-Hubs im Marketing
Zwei Personen paddeln auf einem Fluss (der Lahn) durch eine grüne LandschaftQuelle: HA Hessen Tourismus | CC0 1.0 Universal

Ausblick

Marktwirkung und Effizienz durch integrierte Aufgabenbündelung

Aus den veränderten Markt- und Rahmenbedingungen resultieren erweiterte Anforderungen für die Marktbearbeitung im Drei-Ebenen-Modell. Gleichzeitig ist die Mittelverfügbarkeit im Tourismus in Hessen geringer, dies hat erhebliche Auswirkungen auf Landes-, Destinations- und lokaler Ebene. Für das touristische System in Hessen gilt daher, sämtliche Aufgaben und Prozesse auf Effizienz zu hinterfragen, um Synergien  abgestimmt und gemeinsam zu erschließen.

Folgerichtig setzt der SMP 2025+ an den Zusammenarbeitsprozessen zwischen Landesebene und Destinationsebene an und legt die Grundlagen für eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Destinations- und lokaler Ebene.

Veränderte Rolle und Aufgaben von Hessen Tourismus

Die Rolle und Aufgaben von Hessen Tourismus haben sich weiterentwickelt und sind heute klar auf Zusammenarbeit, Koordination und Steuerung ausgerichtet. Das Rollenverständnis umfasst die Funktion als Impulsgeberin und Vorbild, als Wissensmanagerin und -vermittlerin, sowie als Koordinatorin landesweiter Prozesse und Projekte. Mit dem Tourismus-Hub Hessen wird eine digitale Infrastruktur für zeitgemäßes Tourismusmarketing und -management betrieben.

Sechs strategische Wege als gemeinsame Prozesse

Die sechs strategischen Wege zur Umsetzung des SMP werden als gemeinsame Prozesse mit den hessischen Destinationen systematisch aufgesetzt und verankert. Für alle Beteiligten sollen nachvollziehbare, abgestimmte und verbindliche Abläufe intern bei Hessen Tourismus, wie extern in der Zusammenarbeit mit den Partnerinnen und Partnern definiert werden.

Diese Prozesse dienen als Grundlage für:

  • interne Koordination der Themenfelder bei Hessen Tourismus
  • effektive Steuerung der Umsetzung des SMP 2025+
  • strukturierte Zusammenarbeit im touristischen System Hessen

Vereinbarung gemeinsamer Prozesse

Systematisch mit den Partnerinnen und Partnern ausgearbeitete Prozesse bilden die Grundlage der Zusammenarbeit im touristischen System. Dies führt zu einer verbindlichen, zeitlich und kalkulierbaren Abstimmung von Abläufen und Einzelaufgaben. Damit erfolgt eine Bündelung von Aufgaben und damit die Freisetzung von Ressourcen.

Die zentralen Voraussetzungen für das Gelingen liegen in der professionellen Übernahme der veränderten Rollen und Aufgaben von Hessen Tourismus und in der Bereitschaft der Partnerinnen und Partner, sich auf Klarheit und Konsequenz in der Aufgabenbündelung und Zusammenarbeit einzulassen.

Teilen über: