Konsequenzen für Hessen

Im Zuge des demographischen Wandels nimmt die Anzahl junger Menschen und Schulabgänger ab. Daher stellt es für touristische Betriebe zunehmend ein Problem dar, Fachkräfte zu gewinnen.

Einschätzung der aktuellen und künftigen Entwicklung

67 % der im Rahmen der Studie befragten Experten aus Politik und Verbänden (und 57 % der befragten Betriebe) sprechen von einem eklatanten Fachkräftemangel der Tourismuswirtschaft in Hessen. Vor allem in den ländlichen Regionen werden dringend Fachkräfte gesucht, da viele der dort lebenden jungen Menschen in die Städte abwandern und kein ausreichend großer Zuzug von außerhalb in Sichtweite ist.

Laut Experten aus Verbänden und Politik werden bereits in 50% der Regionen Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel ergriffen. In besonders aktiven Betrieben verhindert ein nachhaltiges Personalmanagement den Aderlass an Fachkräften.

Als Gründe für den Fachkräftemangel werden neben der sinkenden Zahl junger Arbeitskräfte die wenig attraktiven Rahmenbedingungen (Saisonalität, lange Arbeitszeiten, Wochenendarbeit, geringe Bezahlung etc.) erwähnt. Kritisch betrachtet werden außerdem die Qualität der Ausbildung und der Bewerber.

Grundlage für die Prognosen der künftigen Verfügbarkeit von Fachkräften ist der „Fachkräftemonitor Hessen“, der Daten des Statistischen Landesamtes Hessen, des Statistischen Bundesamtes, der hessischen IKHs und der Bundesagentur für Arbeit nutzt. Auf Basis des Vergleichs von Fachkräftenachfrage und -potenzial werden Engpässe und Überschüsse ermittelt.

Akademisch qualifizierte Fachkräfte

Akademisch qualifizierte Fachkräfte spielen in der hessischen Tourismuswirtschaft eine vergleichsweise geringe Rolle, stellen also mit Blick auf die Zukunft kein gravierendes Problem dar. Im Jahre 2013 fehlten 370 Akademiker. Bis 2016 wird mit 330 fehlenden Akademikern gerechnet, bis 2025 mit 440. Im Rahmen der Expertengespräche konnte kein bedrohlicher Mangel an Akademikern festgestellt werden, höchsten in größeren Betrieben wie beispielsweise Kliniken auf Grund fehlender Ärzte – insbesondere im ländlichen Raum.

Quelle: ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH; Ramboll Management Consulting GmbH

Qualifizierte Fachkräfte

Im hessischen Tourismus stellen die im Gastgewerbe Beschäftigten mit einem Anteil von 75% die größte Gruppe unter den beruflich Qualifizierten. Zu den typischen Ausbildungsberufen gehören Köche, Hotel- und Restaurantfachleute.

Zurzeit beträgt die Differenz zwischen Nachfrage und Angebot an Arbeitsplätzen der beruflich Qualifizierten ca. 4.000, womit ein deutlicher Fachkräftemangel bestätigt wird. Wegen des kontinuierlich abnehmenden Arbeitskräfteangebotes wird sich die Situation ab 2018 weiter verschärfen. Neben sinkenden Schülerzahlen wird die ungenügende Attraktivität der Ausbildungsberufe dafür verantwortlich gemacht. Aufgrund besserer Löhne und regelmäßiger Arbeitszeiten ziehen viele junge Leute eine Anstellung in der Industrie vor.

Die Beschäftigung weniger qualifizierter Mitarbeiter wird die Folge sein, insbesondere im ländlichen Raum. Ballungsräume wie Frankfurt Rhein-Main und daran angrenzende Regionen werden deutlich weniger betroffen sein.

Quelle: ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH; Ramboll Management Consulting GmbH

Helferberufe

Unter den Helferberufen werden Tätigkeiten zusammengefasst, die keine gesonderte Ausbildung verlangen wie beispielsweise Küchenhilfen oder Reinigungskräfte. Sie spielen eine wichtige Rolle in der hessischen Tourismuswirtschaft. Aktuell übersteigt das Angebot die Nachfrage deutlich. Bis 2016 wird der Überschuss an Helfern bei 2.100 liegen. Danach wird er sinken und sich 2015 aufgrund des stetig abnehmenden Angebotes zu einem Engpass entwickeln.

Nach Auffassung der befragten Experten besteht schon heute in den ländlichen Regionen ein Mangel an Helfern. Nicht davon betroffen sind die dichter besiedelten Gebiete, wo sogar ein Überschuss besteht. Insgesamt gesehen wird die Zahl der verfügbaren Helfer bezogen auf einen längeren Zeitraum aber zurückgehen, wovon vor allem das Gastgewerbe betroffen sein wird.

Quelle: ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH; Ramboll Management Consulting GmbH

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