

Die Kartoffel ist die Hauptzutat für variantenreiche Genusserlebnisse.
Die Odenwälder Kartoffelwochen 2026 gehen in ihre 36. Ausgabe. Vom 19. September bis 4. Oktober beteiligen sich 19 Restaurants und Gasthöfe. Für die Destination sind die Kartoffelwochen zugleich ein Beispiel dafür, wie Gastronomie, regionale Identität und touristische Kommunikation zusammenwirken können.
Es ist eigentlich ein denkbar einfaches Prinzip: Ein Produkt, ein gemeinsamer Aktionszeitraum und Gastronomiebetriebe, die daraus ihre eigenen Angebote entwickeln. Gerade diese Offenheit trägt dazu bei, dass die Odenwälder Kartoffelwochen auch nach 36 Ausgaben nicht wie ein starres Veranstaltungsformat wirken.
Die Kartoffel gibt den gemeinsamen Rahmen vor. Was daraus entsteht, entscheiden die Küchen selbst. 2026 reicht das Spektrum von Kartoffelsuppe, Rösti und Knödeln über Gnocchi, Ravioli und Kumpir bis zu Kartoffel-Hirse-Arancini und süßen Kreationen. Odenwälder Wild, Forelle, regionaler Käse, Apfelwein und herbstliches Gemüse tauchen in vielen Gerichten auf. So entsteht kein einheitliches Aktionsmenü, sondern ein kulinarischer Querschnitt durch sehr unterschiedliche Betriebe und Küchen.
Für eine ländlich geprägte Destination ist Gastronomie ein wichtiger Teil der touristischen Infrastruktur. Gasthäuser, Restaurants und familiengeführte Betriebe sind Orte, an denen Gäste mit der Region unmittelbar in Kontakt kommen. Küche vermittelt Herkunft dabei auf eine sehr einfache Weise: über Produkte, Rezepte, Gastgeber und Geschichten.
Die Kartoffelwochen bündeln diese individuellen Angebote unter einem gemeinsamen Dach. Für die teilnehmenden Betriebe entsteht zusätzliche Sichtbarkeit, für Gäste ein konkreter Anlass, verschiedene Orte und Häuser kennenzulernen. 2026 reicht das Netz der teilnehmenden Gastronomie von Amorbach über den zentralen Odenwald bis nach Seeheim-Jugenheim. Insgesamt sind 19 Betriebe beteiligt.
Dabei bleibt die Individualität der Häuser erhalten. Ein Landgasthof muss sich nicht neu erfinden, um Teil der Aktion zu sein. Ebenso wenig muss ein modern geführtes Restaurant seine Küche auf traditionelle Gerichte reduzieren. Die gemeinsame Klammer ist die Kartoffel; die Handschrift bleibt beim jeweiligen Betrieb.
Auch der häufig verwendete Begriff der Regionalität bekommt bei einer solchen Aktion eine sehr praktische Bedeutung. Wenn Zutaten aus der Umgebung in den Küchen vor Ort verarbeitet werden, entstehen kurze Wege und Wertschöpfung bleibt in der Region. Gleichzeitig werden Produkte sichtbar, die für die kulinarische Identität des Odenwaldes stehen.
Der aktuelle Faltplan der Kartoffelwochen greift diesen Gedanken ausdrücklich auf. Neben den gastronomischen Angeboten werden regionale Einkaufsmöglichkeiten dargestellt. Auch der Zusammenhang zwischen Restaurantbesuch, Landwirtschaft, gastronomischem Handwerk und Erzeugern der Region wird aufgegriffen.
Für die touristische Kommunikation ist das ein wichtiger Unterschied. Regionalität wird nicht abstrakt beschrieben, sondern lässt sich erleben: beim Essen im Gasthaus, im Gespräch mit Gastgeberinnen und Gastgebern und bei Veranstaltungen in der Region.
Ein weiterer Faktor ist die Zusammenarbeit innerhalb der Gastronomie. Die Betriebe stehen zwar mit ihren eigenen Angeboten im Mittelpunkt, treten während der Kartoffelwochen aber zugleich als Teil einer gemeinsamen kulinarischen Region auf.

Wenn Odenwälder Gasttronomiegrößen gemeinsam hinter dem Herd stehen, entsteht Köstliches.
Das zeigt sich besonders bei den Eröffnungen. In vergangenen Jahren standen dabei immer wieder Gastronomen verschiedener teilnehmender Häuser gemeinsam in der Küche. Solche Momente machen sichtbar, was im Alltag oft weniger wahrgenommen wird: Hinter einer touristischen Genussregion stehen viele einzelne Betriebe, die gemeinsam deren Bild prägen.
2026 findet der Eröffnungsabend am 17. September im Brauereigasthof Schmucker in Mossautal statt. Ein exklusives Mehr-Gänge-Menü rund um die Kartoffel und die Odenwälder Küche bildet den kulinarischen Rahmen. Hinzu kommen ein moderiertes Programm und Live-Musik von „Dr. Soul und Mr. Blues“. Kartoffelkönigin Louisa I. und Kartoffelprinzessin Melanie I. eröffnen gemeinsam mit den Gastgebern die diesjährigen Kartoffelwochen.
Der touristische Nutzen entsteht auch dadurch, dass die Kartoffelwochen nicht an einen einzigen Veranstaltungsort gebunden sind. Gäste können Restaurantbesuche mit Ausflügen, Märkten und Veranstaltungen kombinieren.
Während des Aktionszeitraums findet beispielsweise am 19. und 20. September der Odenwälder Kartoffelmarkt in Höchst statt. Am 3. und 4. Oktober folgen die Lindenfelser Brauchtumstage mit Herbstmarkt, am 4. Oktober der Modautaler Bauernmarkt. Einzelne Gastronomiebetriebe ergänzen das Angebot durch eigene Veranstaltungen.
Für die Destination entsteht dadurch kein punktuelles Event, sondern ein Zeitraum mit unterschiedlichen Besuchsanlässen. Die gemeinsame Kommunikation gibt Orientierung, während die konkrete Gestaltung dezentral bei den Betrieben und Veranstaltern bleibt.

Nach 36 Ausgaben liegt die Herausforderung weniger darin, die Kartoffelwochen jedes Jahr neu zu erfinden. Entscheidend ist, das vorhandene Format weiterzuentwickeln, die teilnehmenden Betriebe sichtbar zu machen und die Verbindung zwischen regionaler Küche und touristischem Erlebnis zeitgemäß zu erzählen.
Der aktuelle Faltplan bündelt dafür Gastronomiebetriebe, Gerichte und Veranstaltungen. Ergänzend dient www.kartoffelwochen.de als zentrale Informationsplattform mit aktuellen Hinweisen rund um die Aktionswochen und den Eröffnungsabend.
So bleibt die Grundidee erstaunlich zeitgemäß: Ein Produkt mit regionaler Verankerung schafft einen gemeinsamen Anlass. Die Gastronomie füllt ihn mit Leben. Und für Gäste entsteht daraus eine Einladung, den Odenwald über seine Küche kennenzulernen.
36. Odenwälder Kartoffelwochen
19. September bis 4. Oktober 2026
Eröffnung: 17. September 2026, Brauereigasthof Schmucker, Mossautal
www.kartoffelwochen.de