KI gestützte Datenerfassung ist aktuell bundesweit ein großes Thema in der gesamten Branche. Hast Du Informationen, wie andere Bundesländer KI bereits für die Datenerfassung einsetzen?
Schmidt: Überall das gleiche Bild: Man sucht nach den Prozessen, die viel Zeit fressen und sich ständig wiederholen und automatisiert sie. Der Unterschied ist meistens nur, wie weit man dabei geht. Vollautomatisierung ist selten das Ziel. Die meisten bauen an kritischen Stellen einen „Human in the Loop“ ein – also ein Redakteur, der nochmal drüberschaut, korrigiert und freigibt. Das ergibt auch Sinn, Qualitätssicherung bleibt Menschensache.
Ein klassischer Anwendungsfall, der immer wieder diskutiert wird: Öffnungszeiten automatisch online prüfen und bei Änderungen einen Hinweis geben. Klingt simpel, ist aber ein echter Schmerzpunkt: Veraltete Infos nerven Gäste, und manuell kann das niemand dauerhaft im Blick behalten.
Mit dem Content-Hub Hessen verfolgt Hessen Tourismus eine Open-Data-Strategie. Wie erfolgen die Weiterverarbeitung, Speicherung und Veröffentlichung von touristischen Daten gemäß Open Data, die durch KI-Tools generiert werden?
Schmidt: Das ist eigentlich einfacher als viele denken. Wenn ein Text oder ein Bild rein von einer KI erstellt wurde, gibt es keinen menschlichen Urheber und damit auch kein Copyright. Diese Inhalte sind automatisch gemeinfrei.
Das heißt: keine Lizenz notwendig, einfach teilen. Was man trotzdem tun sollte, ist transparent zu kennzeichnen, entweder mit der Public Domain Mark oder schlicht mit dem Hinweis „KI-generiert“. Das schafft Klarheit für alle, die die Daten weiternutzen. Und das ist ja genau der Gedanke hinter unserer Open-Data-Strategie mit dem Content-Hub.