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Quelle: KI-generiert

Mehr Zeit für das Wesentliche: Wie KI die touristische Datenerfassung unterstützt

Von automatisierten Beschreibungstexten bis hin zu intelligenten Workflows: Künstliche Intelligenz eröffnet neue Wege für die Erfassung und Pflege touristischer Daten. Welche Chancen sich daraus für Hessen ergeben, wie Daten zukünftig automatisiert zwischen Systemen fließen können und welche Rolle Open Data dabei spielt, erläutert Experte Michael Schmidt im Interview mit Hessen Tourismus.

Wir haben uns in Hessen das ambitionierte Ziel gesetzt, über 100.000 touristisch relevante Datensätze bis 2028 im Content-Hub zu erfassen. Mit der Umsetzung dieses „Businessplans Datenmanagement“ könnten auch KI-gestützte Tools für die Datenerfassung eingesetzt werden. Wir sind gerade dabei, das zu prüfen. Welche Möglichkeiten siehst Du denn für Hessen?

Schmidt: Das Grundproblem kennt jeder, der mit den Destinationen zusammenarbeitet: zu wenig Zeit, zu wenig Leute, zu viel zu tun. Genau da kommt KI ins Spiel – nicht als Wunderlösung, aber als Ressource, die einfach skalierbar ist und einem typische Routineaufgaben abnimmt. Im einfachsten Fall geht es um Dinge wie Beschreibungstexte formulieren, Schlagwörter extrahieren oder Bilder generieren. Je mehr Kontext die KI über ein Objekt hat, je genauer der Prompt formuliert und je detaillierter die Skills beschrieben sind, desto besser werden auch die Ergebnisse.

Was dann in einer zweiten Phase kommt, ist das, was wir „Agentic Workflows“ nennen: KI-Agenten, die ganze Prozessschritte selbstständig übernehmen. Ein Agent recherchiert online, erstellt einen Datensatz-Entwurf im Content-Hub und gibt ihn ans Bestandssystem der Destination weiter. Das klingt vielleicht noch nach Zukunft, aber wir können das über n8n – eine Automatisierungsplattform, die an one.intelligence angeschlossen ist – sogar heute schon umsetzen.

Portraitaufnahme Michael SchmidtQuelle: Michael Schmidt

Was ist n8n? n8n ist eine Plattform zur Automatisierung von Arbeitsabläufen. Sie verbindet verschiedene Systeme und Anwendungen miteinander, sodass Daten automatisch zwischen ihnen ausgetauscht und verarbeitet werden können. In Kombination mit Künstlicher Intelligenz lassen sich dadurch wiederkehrende Aufgaben wie die Recherche, Aufbereitung und Pflege von touristischen Daten deutlich effizienter gestalten.

Was ist one.intelligence?

one.intelligence ist die KI-Plattform von destination.one. Sie bündelt verschiedene KI-Anwendungen und unterstützt dabei, Daten effizienter zu erfassen, zu strukturieren und weiterzuverarbeiten. Durch die Anbindung an Automatisierungslösungen wie n8n können KI-gestützte Prozesse nahtlos in bestehende Daten- und Content-Workflows integriert werden.

Du hast den Einsatz der Workflow-Automatisierungsplattform n8n angesprochen. Wie können KI-generierte Daten sowohl in die Datenbanken der Destinationen als auch im Content Hub-Hessen eingespielt werden? Gibt es hier technische Lösungen?

Schmidt: Technisch ist das lösbar, solange eine saubere API vorhanden ist, eine Schnittstelle, die Daten entgegennehmen und aktualisieren kann. n8n kann dann im Prinzip mit jedem System reden, das diese Voraussetzung erfüllt. Einmal eingerichtet, läuft das automatisch.

Was aber viele unterschätzen, dass die Technik oft gar nicht das Schwierigste ist. Viel mehr Arbeit steckt in der fachlichen Beschreibung: Was soll der Workflow genau tun? Welche Daten, in welchem Format, was passiert bei Fehlern? Wenn das nicht sauber definiert ist, hilft die beste Technik nichts. Ist allerdings alles einmal sauber aufgesetzt worden, spart sich auf lange Sicht eine Menge manuelle Arbeit.

KI gestützte Datenerfassung ist aktuell bundesweit ein großes Thema in der gesamten Branche. Hast Du Informationen, wie andere Bundesländer KI bereits für die Datenerfassung einsetzen?

Schmidt: Überall das gleiche Bild: Man sucht nach den Prozessen, die viel Zeit fressen und sich ständig wiederholen und automatisiert sie. Der Unterschied ist meistens nur, wie weit man dabei geht. Vollautomatisierung ist selten das Ziel. Die meisten bauen an kritischen Stellen einen „Human in the Loop“ ein – also ein Redakteur, der nochmal drüberschaut, korrigiert und freigibt. Das ergibt auch Sinn, Qualitätssicherung bleibt Menschensache.

Ein klassischer Anwendungsfall, der immer wieder diskutiert wird: Öffnungszeiten automatisch online prüfen und bei Änderungen einen Hinweis geben. Klingt simpel, ist aber ein echter Schmerzpunkt: Veraltete Infos nerven Gäste, und manuell kann das niemand dauerhaft im Blick behalten.

Mit dem Content-Hub Hessen verfolgt Hessen Tourismus eine Open-Data-Strategie. Wie erfolgen die Weiterverarbeitung, Speicherung und Veröffentlichung von touristischen Daten gemäß Open Data, die durch KI-Tools generiert werden?

Schmidt: Das ist eigentlich einfacher als viele denken. Wenn ein Text oder ein Bild rein von einer KI erstellt wurde, gibt es keinen menschlichen Urheber und damit auch kein Copyright. Diese Inhalte sind automatisch gemeinfrei.

Das heißt: keine Lizenz notwendig, einfach teilen. Was man trotzdem tun sollte, ist transparent zu kennzeichnen, entweder mit der Public Domain Mark oder schlicht mit dem Hinweis „KI-generiert“. Das schafft Klarheit für alle, die die Daten weiternutzen. Und das ist ja genau der Gedanke hinter unserer Open-Data-Strategie mit dem Content-Hub.

Auskünfte erteilt das Team Datenmanagement: datenmanagement@hessen-tourismus.de



Autorin: Theresa Ihl
Hessen Tourismus
Projektmanagerin Wissensmanagement
E-Mail: theresa.ihl@hessen-agentur.de
Website: www.hessen-tourismus.de
Telefon: +49 611 95017-8122
BEITRAG VOM:
24. Juni 2026

Kategorien:
AM.PULS. · Datenmanagement · Digitalisierung · Tourismus-Hub Hessen


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