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Beitragsbild: HA Hessen Tourismus

Wirtschaftsfaktor Tourismus 2019 bis 2021: So schneiden die hessischen Destinationen ab

Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen hat beim DWIF für die Jahre 2019, 2020 und 2021 mit der Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus für das Bundesland Hessen“ das Reiseland Hessen insgesamt sowie die zehn hessischen Destinationen einzeln untersucht. Die Kernergebnisse der Studie sowie eine Einordnung der Ergebnisse der hessischen Destinationen im Vergleich zu Hessen insgesamt wollen wir Ihnen in diesem Beitrag näherbringen.

Ergebnisse für das Reiseland Hessen

Für Hessen insgesamt zählt die Studie in den Jahren 2019 bis 2021 in der Summe über 680 Millionen Aufenthaltstage durch Tagesreisen und über 190 Millionen Aufenthaltstage durch Übernachtungsreisen (hier sind auch Übernachtungen in Privatquartieren mit weniger als zehn Betten und Übernachtungen bei Verwandten, Freunden oder Bekannten eingeschlossen). Dabei erzielt Hessen durchschnittlich pro Jahr touristische Bruttoumsätze in Höhe von über 10 Milliarden Euro. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie schlagen sich ohne Zweifel auch direkt in den Zahlen der Aufenthaltstage und im erwirtschafteten Bruttoumsatz nieder. Die Ergebnisse für das gesamte Reiseland Hessen wurden bereits in einem Beitrag vorgestellt. Zudem bietet eine neue Broschüre des dwif eine anschauliche Zusammenfassung der Studie. Die nachfolgende Grafik gibt noch einmal einen kurzen Überblick:

Zählt man die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer (abzüglich der von den Unternehmen gegengerechneten Vorsteuer) und der Einkommensteuer zusammen, ergeben sich für die Jahre 2019, 2020 und 2021 zusammengerechnet knapp drei Milliarden Euro Steuereinnahmen aus dem Tourismus in Hessen.

Die Ergebnisse der einzelnen Destinationen

Wir wollen nun gemeinsam mit Ihnen den Blick auf die Destinationsergebnisse richten und die Entwicklungen der Jahre 2019 bis 2021 einordnen. Von 2019 zu 2020 sind die Aufenthaltstage und der touristische Bruttoumsatz in der Destination FrankfurtRheinMain besonders stark zurückgegangen. Die Destination mit den „vergleichsweise“ geringsten prozentualen Rückgängen war in diesem Zusammenhang der Spessart. Die Vulkanregion Vogelsberg konnte prozentual gesehen 2021 im Vergleich zum Jahr 2020 den höchsten Zuwachs beim Bruttoumsatz verzeichnen. In welchen Destinationen sich die Aufenthaltstage und der touristische Bruttoumsatz besonders stark verändert haben, zeigt die folgende Grafik. Dabei sind die Aufenthaltstage mit einem blauen Balken und der touristische Bruttoumsatz mit einem grünen Balken dargestellt und in zwei Bereiche (2019 zu 2020 / 2020 zu 2021) aufgeteilt.

Marktanteile der Destinationen am touristischen Bruttoumsatz

Auch ein Blick auf die Zusammensetzung der Marktanteile beim touristischen Bruttoumsatz zwischen 2019 und 2021 offenbart einige Verschiebungen. So verlor FrankfurtRheinMain prozentual gesehen und zusammengerechnet etwas mehr als vier Prozent seiner Marktanteile am touristischen Bruttoumsatz in Hessen, während die Destinationen Lahntal, GrimmHeimat NordHessen, Rhön, Taunus, Westerwald und Bergstraße-Odenwald Anteile gewinnen konnten. Die durchschnittlichen Tagesausgaben von Tagesreisenden variierten in den Destinationen zwischen 15 Euro und 31,4 Euro. Die durchschnittlichen Tagesausgaben von Übernachtungsgästen in Privatquartieren oder gewerblichen Betrieben (ohne Camping) variierten zwischen 60 Euro und 188 Euro.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Marktanteile der hessischen Destinationen am touristischen Bruttoumsatz in Hessens Destinationen insgesamt:

Höhere Verluste in Destinationen mit Großstädten

Absolut gesehen sind die Zahlen sowohl in Bezug auf die Aufenthaltstage als auch beim touristischen Bruttoumsatz aufgrund der Corona-Pandemie in allen Destinationen im Vergleich zu 2019 rückläufig. Nichtsdestotrotz zeigt sich, dass prozentual gesehen besonders die Destinationen FrankfurtRheinMain und WIESBADEN RHEINGAU mit den Großstädten Frankfurt oder Wiesbaden etwas höhere Verluste hinnehmen mussten als die anderen hessischen Destinationen.

Erholung, aber noch kein Vorkrisenniveau

Mit über neun Millionen Ankünften zwischen Januar und September 2022 liegt die Zahl der Ankünfte in Hessen derzeit schon um mehr als zwei Millionen über dem Ergebnis von 2021, sodass wir aller Voraussicht nach bis Ende Dezember mit insgesamt circa zwölf Millionen Ankünften für 2022 rechnen können. Das entspräche einer Steigerung um 75 Prozent im Vergleich zu den Ergebnissen des letzten Jahres. Gleichzeitig liegen wir selbst mit diesen Ergebnissen immer noch etwa 25 Prozent unter den Ergebnissen von 2019. Besonders die Ankünfte aus dem Ausland bleiben mit derzeit 57 Prozent des Niveaus von 2019 noch weit hinter den Ergebnissen von 2019 zurück.



Autor(in): Fabian Wolf
Hessen Tourismus
Projektmanager Marktforschung und Analyse, Hessen Tourismus
E-Mail: fabian.wolf@hessen-agentur.de
Telefon: +49 611 95017-8113
Website: https://www.hessen-tourismus.de/
Kategorien:
Marktforschung


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