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Tourismusradar Hessen – Ausgabe April 2022

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Anzahl der Gäste und Übernachtungen ist im Januar 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich gestiegen (+81% mehr Übernachtungen), bleibt aber weiter unter dem Vorkrisenniveau (-47% weniger Übernachtungen).
  • Im Januar 2022 entschieden sich etwa 62 Prozent der Gäste für einen Aufenthalt in den größeren Städten, 38 Prozent der Ankünfte entfielen auf Reisen in die ländlichen Regionen Hessens.
  • Im Vergleich der Flächenbundesländer zeigt Hessen im Januar 2022 eine unterdurchschnittliche Entwicklung der Übernachtungszahlen.
  • Die hessischen Beherbergungsbetriebe (19%) erreichen eine leicht höhere durchschnittliche Auslastung als die Betriebe in Deutschland insgesamt (18%).
  • Ergebnisse aus der Repräsentativbefragung für Hessen: Gut jede:r Dritte präferiert einen Urlaub in der Natur. Übernachtet wird am liebsten im Hotel oder in der Ferienwohnung bzw. dem Ferienhaus und Buchungen erfolgen in erster Linie online (mehr als 50%).

 

Tourismusradar Hessen – April 2022

Herzlich willkommen zur April-Ausgabe des Tourismusradars Hessen.

Nach der längeren Ausgabe im März, erscheint im April nun wieder eine Kurzfassung des Tourismusradars Hessen. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick über die Entwicklung der touristischen Kennzahlen im Hessen-Tourismus sowie im Vergleich zum Deutschlandtourismus. Darüber hinaus werden weitere Ergebnisse der Repräsentativbefragung der deutschen Bevölkerung aus Februar 2020 vorgestellt, u.a. zu den bevorzugten Reisearten, Reisezielen, Unterkunftsformen und Buchungswegen der Deutschen.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Die Themen im Überblick

 

Zahlen – Daten – Fakten zum Hessen-Tourimus

Entwicklung der Gäste- und Übernachtungszahlen Hessen

 

Zu Beginn des Jahres reisten 437.720 Gäste nach Hessen und verbrachten 1.250.310 Übernachtungen in den hessischen Destinationen. Gegenüber dem Vor-Corona-Niveau aus Januar 2020 lag die Zahl der Übernachtungen damit um 47 Prozent niedriger. Im Vergleich zu Januar 2021 sind die Übernachtungszahlen um 81 Prozent gestiegen – zu diesem Zeitpunkt galt jedoch aufgrund der Corona-Pandemie noch ein Beherbergungsverbot für Privatreisende. Die Anzahl der Gäste und der Übernachtungen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat also deutlich gestiegen, bleibt aber weiter unter dem Vorkrisenniveau.
In Hessen selbst entschieden sich im Januar 2022 etwa 62 Prozent der Gäste für einen Aufenthalt in den größeren Städten, 38 Prozent der Ankünfte entfielen auf Reisen in die ländlichen Regionen Hessens. Seit Oktober 2021 ist der Anteil an Städtereisen (Städte ab 50.000 Einwohner) höher als der Anteil der Reisen aufs Land, während in den Sommermonaten 2021 mehr Gäste die ländlichen Regionen als die Städte Hessens besuchten.  Auch 2020 reisten in den Sommermonaten mehr Gäste aufs Land als in die Städte. Vor der Corona-Pandemie war der Anteil der Städtereisen auch über die Sommermonate hinweg höher als der Anteil der Reisen in den ländlichen Raum.
Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland insgesamt verzeichneten im Januar 2022 rund 5,3 Mio. Ankünfte und 16,2 Mio. Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Dies sind etwa zweieinhalb Mal (+153%) so viele Übernachtungen wie im Januar 2021, verglichen zu Januar 2020 vor der Corona-Pandemie liegen die Übernachtungszahlen um 40 Prozent niedriger. Im Vergleich der Flächenbundesländer zeigt Hessen im Januar eine unterdurchschnittliche Entwicklung der Übernachtungszahlen. Mit 81 Prozent mehr Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahresmonat belegt Hessen unter den Flächenbundesländern den vorletzten Platz, vor Sachsen mit 78 Prozent mehr Übernachtungen. Die größten Übernachtungszuwächse im Vergleich zu Januar 2021 erzielten Mecklenburg-Vorpommern (+280%), Schleswig-Holstein (+280%) sowie Bayern (+225%).

Im Hinblick auf die durchschnittliche Auslastung der Beherbergungsbetriebe erreicht Hessen im Januar diesen Jahres eine leicht höhere Auslastung als die Betriebe in Deutschland insgesamt. Während die hessischen Betriebe durchschnittlich zu 19 Prozent ausgelastet waren, erzielten die Betriebe in Deutschland insgesamt eine durchschnittliche Auslastung von 18 Prozent. Zum Vergleich: Im Januar 2021 erreichten die Betriebe in Hessen eine durchschnittliche Auslastung von 15 Prozent, im Januar 2020 vor Beginn der Corona-Pandemie lag diese bei 34 Prozent.

 

Zahlen – Daten – Fakten zu den internationalen Quellmärkten Hessen

Im Januar 2022 reisten insgesamt 77.994 Gäste aus dem Ausland nach Hessen, der Anteil ausländischer Gäste lag damit bei 18 Prozent. Im Vergleich zum ersten Monat des vergangenen Jahres sind dies 139 Prozent mehr ausländische Gäste, verglichen zu Januar 2020 jedoch 73 Prozent weniger Gäste. Gemessen nach Ankünften waren die USA im Januar 2022 mit 11.722 Ankünften der stärkste Quellmarkt für die hessischen Destinationen. Zweitstärkster Quellmarkt waren die Niederlande mit 9.322 Ankünften, gefolgt von Frankreich (3.395 Ankünfte), Polen (3.201 Ankünfte) sowie Österreich (3.067 Ankünfte).

Anfang des Jahres zeigen unterschiedliche Analysen der internationalen Reiseindustrie und von Marktforschern optimistische Prognosen für den Restart des internationalen Tourismus. So auch die Mitte März durch die ITB Berlin veröffentlichten Ergebnisse des World Travel Monitor® zur weltweiten Entwicklung der Auslandsreisen in 2021 und zu den Reiseabsichten für 2022. Der World Travel Monitor® ist die weltweit umfassendste Studie zum Auslandsreiseverhalten der Europäer, Asiaten, Nordamerikaner und Lateinamerikaner. Die in über 60 Ländern durchgeführten Umfragen zeigen, dass dem internationalen Tourismus 2022 ein maßgeblicher Schritt in Richtung Erholung gelingen kann, denn das Interesse für Auslandsreisen sei nach wie vor sehr groß, insbesondere das der Europäer. Die bevorzugten Reiseziele sind international gesehen Italien, Spanien und Deutschland, gefolgt von Frankreich und den USA. Doch mit dem Krieg in der Ukraine haben sich die Aussichten für das Incoming geändert. In dem aktuellen Blogbeitrag von Petra Hedorfer analysiert die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) die Auswirkungen des Krieges auf den internationalen Tourismus und blickt auch auf die Resilienz des deutschen Incoming in früheren Krisen. Weitere Details finden Sie im Blogbeitrag unter: From the desk of Petra Hedorfer (28.03.2022). Zahlen, Daten und Fakten zum deutschen Incoming-Markt für das Reisejahr 2021 finden Sie in der Broschüre der DZT „2021 – Zahlen, Daten, Fakten“.

 

Reiseverhalten der Deutschen – Ergebnisse der Repräsentativbefragung

In der März-Ausgabe des Tourismusradars haben wir die große Reiselust der Deutschen beschrieben. Zwei Drittel der Befragten gaben im Februar 2022 – und somit vor Beginn des Krieges in der Ukraine – an, dass für sie eine private Urlaubsreise derzeit in Betracht komme, rund ein Viertel gab sogar an, bereits eine Reise gebucht zu haben. Und welche Reiseziele, welche Unterkünfte, welche Informationskanäle und welche Buchungswege werden aktuell von der deutschen Bevölkerung bevorzugt?

Die Mehrheit der Deutschen zieht es ans Meer: 63 Prozent würden momentan (erhoben im Feburar 2022) am liebsten ans Meer reisen. Somit ist auch der Strand-/Badeurlaub die beliebteste Reiseart (58%), gefolgt vom Erholungsurlaub (55%). Knapp jede:r Zweite bevorzugt eine Städtereise und gut jede:r Dritte möchte einen Urlaub in der Natur verbringen. Als konkretes Reiseziel kommt vor allem das eigene Land in Frage, für sieben von zehn Befragten ist Deutschland ein attraktives Reiseziel. An zweiter Stelle steht Südeuropa (55%), gefolgt von den Ländern in Westeuropa (37%). Eine Fernreise außerhalb Europas ist für 28 Prozent der Befragten aktuell vorstellbar.

Als Unterkunft werden aktuell sowohl Hotels (61%) als auch Ferienwohnungen bzw. das Ferienhäuser (54%) präferiert. Campingplätze kommen für 14 Prozent der Befragten in Frage. Um sich inspirieren zu lassen bzw. sich für eine private Urlaubsreise zu informieren, spielen vor allem Online-Hotelbuchungs-Portale und Online-Bewertungsportale eine große Rolle. Ein Drittel informiert sich zudem über die Webseite der Unterkünfte und mehr als jede:r Vierte greift auf die Empfehlungen von Freunden, Bekannten und Verwandten zurück. Social Media-Kanäle, wie Facebook, Instagram und YouTube, spielen insbesondere für die jüngeren Altersgruppen eine wichtige Rolle: 31 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und knapp 20 Prozent der 30- bis 39-Jährigen lassen sich über Social Media inspirieren. Gebucht werden die Reisen in erster Linie online auf Reiseplattformen und bei Reiseveranstaltern oder auf der Webseite der Unterkunft bzw. des Anbieters. Jede:r Fünfte bucht die Reise persönlich im Reisebüro.

 

Erfolgreiches erstes Online-Seminar zum Thema Marktforschung

 

Am 24. März 2022 fand das erste Online-Seminar zum Thema „Marktforschung im Hessen Tourismus“ statt, an dem knapp 50 Akteure aus dem Tourismus teilgenommen haben. Neben Einblicken zum Zielgruppenmanagement und den Sinus-Milieus® wurden Marktforschungsergebnisse zum Hessen-Tourismus aus unterschiedlichen Datenquellen vorgestellt und mit Expertinnen und Experten aus den hessischen Destinationen diskutiert und interpretiert. Sie haben das Online-Seminar verpasst? Im Tourismusnetzwerk finden Sie eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse des Seminars. Im September 2022 planen wir eine weitere Online-Veranstaltung zum Thema Marktforschung mit einem neuen inhaltlichen Schwerpunkt – wenn Sie ein Thema besonders interessiert, senden Sie dies gerne als Themenvorschlag an Fabian Wolf von Hessen Tourismus. Wir freuen uns auf ein weiteres spannendes Seminar im Herbst!

 

Ausblick

Auch im Mai 2022 erwartet Sie wieder eine Kurzfassung des Tourismusradars, mit den gewohnten inhaltlichen Schwerpunkten: Zahlen und Daten zum Hessen-Tourismus sowie zu den internationalen Quellmärkten Hessens und weitere Ergebnisse aus der Repräsentativbefragung der deutschen Bevölkerung. Im Mai blicken wir darauf, welche hessischen Destinationen aus Sicht der deutschen Bevölkerung am ehesten für unterschiedliche Reisearten geeignet sind.

Die aktuelle Ausgabe des Tourismusradars Hessen können Sie auch hier als pdf downloaden.

 

Quellen

Repräsentative Befragung der deutschen Bevölkerung (eigene Erhebung, exklusiv für Hessen)
Hessisches Statistisches Landesamt
Statistisches Bundesamt (Destatis)
ITB Berlin, Messe Berlin: ITB Berlin und IPK International: Trendwende im internationalen Tourismus
Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. (DZT): From the desk of Petra Hedorfer (28.03.2022)
Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. (DZT): Incoming-Tourismus Deutschland- Zahlen, Daten, Fakten 2021

Hinweis: Die Darstellung und Erläuterung der Entwicklung der statischen Kennzahlen basiert auf der Grundlage der bei den statischen Ämtern jeweils monatlich veröffentlichten, absoluten Daten.




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Allgemein · Corona · Marktforschung · Tourismusradar


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