Menu

Tourismusradar Hessen – Ausgabe August 2021

31. August 2021
Aktuelle Informationen zum Corona-Virus / COVID-19 finden Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Juni 2021 wurden in Hessen 15 Prozent mehr Übernachtungen als im Juni 2020 gezählt, der höchste Wert unter den Flächenbundesländern. Jedoch bleiben die Zahlen damit weiter deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau aus 2019 (-54%).
  • Die Reiselust der Deutschen ist im Juli 2021 wie auch in den vergangenen Monaten weiterhin hoch: 55 Prozent haben eine sehr große oder große Lust auf Reisen.
  • Die Erhebung des Reiseverhaltens der Deutschen seit einem Jahr (August 2020) zeigt: Die Deutschen bevorzugen Deutschland als Reiseziel. Sie würden am liebsten ans Meer reisen, präferieren die Ferienwohnung vor dem Hotel und unternehmen am liebsten Natururlaub, Erholungsurlaub, Urlaub auf dem Land sowie in den Bergen und Aktivurlaub. Gebucht wird am liebsten online.
  • Umfrage zur Nutzung von Marktforschungsdaten: Welche Daten benötigen Sie zu welchem Zeitpunkt in welcher Form? Welche Themen sind für Sie von Interesse? Diesen und weiteren Fragen möchte die Abteilung Hessen Tourismus der Hessen Agentur nachgehen und lädt alle touristischen Partner und Akteure in den hessischen Destinationen zu einer Umfrage ein – wir freuen uns über Ihre Teilnahme! Hier geht es zur Umfrage.

 

Tourismusradar Hessen – August 2021

Herzlich willkommen zur zwölften Ausgabe des Tourismusradars Hessen.

Ausgabe 12 – somit besteht das Tourismusradar Hessen mittlerweile seit einem Jahr. Zeit, um neben dem gewohnten Blick auf die Tourismusentwicklung in Hessen sowie in den für Hessen relevanten internationalen Quellmärkten einmal einen Rückblick auf die bisherigen Tourismusradar-Ausgaben zu werfen. Wie hat sich das Reiseverhalten der Deutschen in den vergangenen zwölf Monaten und im Verlauf der Corona-Pandemie entwickelt? Welche Themen waren und sind für den Hessen-Tourismus von Relevanz? Und: Wie können wir das Tourismusradar Hessen besser machen? Welche Zahlen, Daten, Fakten interessieren Sie besonders? Dies möchten wir in einer kurzen Umfrage gerne herausfinden.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Zahlen – Daten – Fakten zum Hessen-Tourismus

Entwicklung der Gäste- und Übernachtungszahlen Hessen

Im Juni 2021 zählten die hessischen Beherbergungsbetriebe 555.876 Ankünfte und 1.551.990 Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Dies waren knapp 10 Prozent mehr Ankünfte und 15 Prozent mehr Übernachtungen als im Juni 2020, jedoch bleiben die Zahlen damit weiter deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau aus 2019. Im Vergleich zu Juni 2019 wurden 64 Prozent weniger Ankünfte und 54 Prozent weniger Übernachtungen verzeichnet.

Im ersten Halbjahr 2021, von Januar bis Juni 2021, konnten die Beherbergungsbetriebe in Hessen insgesamt rund 5,71 Mio. Übernachtungen verbuchen. Verglichen zum Vorjahreszeitraum sind dies 35 Prozent weniger Übernachtungen. Wie in der untenstehenden Grafik deutlich wird, ist der Abstand zu 2019 noch größer: Von Januar bis Juni 2021 wurden 66 Prozent weniger Übernachtungen verzeichnet als im entsprechenden Zeitraum 2019 vor der Corona-Pandemie.

In den Beherbergungsbetrieben in Deutschland insgesamt wurden im Juni 2021 rund 30,7 Mio. Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland gezählt. Das entspricht 6 Prozent mehr Übernachtungen als im Juni 2020. Somit haben sich die Übernachtungszahlen in Hessen prozentual im Vergleich zum Bundesdurchschnitt besser entwickelt (Hessen +15%).  Unter den Flächenbundesländern hat Hessen, verglichen zum Vorjahresmonat, im Juni den größten Übernachtungszuwachs erzielt, gefolgt von Bayern und Niedersachsen mit jeweils 14 Prozent mehr Übernachtungen. Rheinland-Pfalz (-0,9%), Thüringen (-3%), Brandenburg (-6%), Sachsen-Anhalt (-7%), Sachsen (-15%) sowie Mecklenburg-Vorpommern (-15%) haben weniger Übernachtungen verzeichnet als im Juni 2020. Nach absoluten Übernachtungszahlen liegt Hessen im Vergleich der Flächenbundesländer auf Platz 7. Die meisten Übernachtungen zählten Bayern (6,2 Mio. Übernachtungen), Schleswig-Holstein (4,3 Mio. Übernachtungen) sowie Niedersachsen (3,5 Mio. Übernachtungen).

 

Gästezufriedenheit

Ein Blick auf die aktuelle Gästezufriedenheit zeigt: die Gäste Hessens werden zufriedener. Mit einer durch­schnittlichen Zufriedenheit von 83 liegt der Score (Skala 0-100) des letzten Halbjahres um einen Punkt höher als im Vorjahr. Darüber hinaus lässt sich beobachten, dass die Bewertung in eher ländlichen Regionen mit 84 etwas höher liegt als in den Städten Hessens mit 50.000+ Einwohnern (Score 82).

 

Wie steht es um die Reiselust der Deutschen?

Seit August 2020 erheben wir in einer deutschlandweit repräsentativen Befragung kontinuierlich die Reiselust und das Reiseverhalten der Deutschen. Zum Start des Tourismusradars wurden im August 2020 deutschlandweit 1.000 Personen befragt. In den Folgewellen wurden jeweils monatlich weitere 500 Personen befragt, um die Änderungen stetig erfassen zu können. Nun, nach einem Jahr Tourismusradar Hessen möchten wir noch einmal auf die Entwicklung des Reiseverhaltens in den letzten 12 Monaten blicken.

Die Reiselust der Deutschen ist im Juli 2021 wie auch in den vergangenen Monaten weiterhin hoch: 55 Prozent haben eine sehr große oder große Lust auf Reisen. Zudem ist der Anteil derjenigen, die konkrete Reisepläne haben und ihren Urlaub bereits gebucht haben, in den letzten Monaten kontinuierlich gestiegen. Während im August 2020 der Anteil bei 20 Prozent lag, gaben im Dezember 2020, u.a. durch Corona-bedingte Einschränkungen, nur noch 5 Prozent der Deutschen an, bereits eine Reise gebucht zu haben. Anschließend stieg der Anteil schrittweise an (März: 13 Prozent, Mai: 17 Prozent, Juli: 29 Prozent). Die Deutschen setzen somit ihre große Lust auf das Reisen allmählich in konkrete Reiseplanungen und -buchungen um.

 

 

Und wie hat sich das Reiseverhalten im Hinblick auf die bevorzugten Reiseformen, Unterkunftsarten und Buchungswege im Verlauf der Corona-Pandemie entwickelt?

Im Durchschnitt aller Befragten (n=6.500) von August 2020 bis Juli 2021 sind die beliebtesten Reisearten konstant der Natururlaub, Erholungsurlaub, Urlaub auf dem Land, Urlaub in den Bergen sowie Aktivurlaub (z.B. Wandern und Radfahren), lediglich die Reihenfolge der TOP 5-Reisearten verändert sich im Laufe der Erhebungszeit etwas. In einigen Monaten ist zudem der Strand-/Badeurlaub unter den TOP 5 der bevorzugten Reisearten während der Corona-Pandemie. Das am ehesten in Frage kommende Reiseziel war in allen Befragungsmonaten mit Abstand Deutschland (∅ 75%). Am liebsten wollten die Deutschen über den gesamten Befragungszeitraum ans Meer reisen (∅ 64%). Während normalerweise das Hotel die favorisierte Unterkunftsart der Deutschen ist, steht während der Corona-Pandemie die Ferienwohnung bzw. das Ferienhaus an erster Stelle, gefolgt vom Hotel auf Platz 2. Auch hier ergeben sich nur wenig Änderungen im Befragungszeitraum von August 2020 bis Juli 2021. Ebenfalls kaum Veränderungen bestehen im Hinblick auf die Bereitschaft zur Dauer der Anreise im Vergleich zu der Zeit vor Corona: Die Mehrheit der Deutschen (∅ 67%) gibt an, dass sich die Anreisebereitschaft während Corona nicht verändert hat. Gebucht werden die Reisen am liebsten online, entweder auf der Webseite der Unterkunft bzw. des Anbieters oder auf Reiseplattformen. Die persönliche Buchung im Reisebüro wird im Schnitt von jedem fünften Deutschen bevorzugt.

 

Und wie steht es um die Reisebereitschaft der Deutschen nach Hessen?

Neben der Reiselust und dem allgemeinen Reiseverhalten wurde in den letzten zwölf Monaten in der Repräsentativbefragung auch die Reisebereitschaft der Deutschen nach Hessen erfasst. Grundsätzlich geben im Schnitt 62 Prozent an, dass Hessen für sie auf jeden Fall oder vielleicht als privates Reiseziel in Frage kommt. In Zeiten von Corona ist dieser Anteil geringer – so wie die Lust auf Reisen insgesamt. Im Schnitt kommt Hessen während Corona für 46 Prozent der Deutschen als Destination für eine private Reise in Frage. Nachdem der Wert in den Wintermonaten sogar unter 40 Prozent lag, kommt Hessen aktuell für gut jeden Zweiten als privates Reiseziel in Frage. Gründe, die aktuell während der Corona-Pandemie für Hessen als Reiseziel sprechen, sind – offen abgefragt – vor allem die räumliche Nähe bzw. die kurze Anreise sowie die Lage innerhalb Deutschlands. Auch die Natur und die Landschaft in den hessischen Destinationen zählen zu den Top-Gründen für Hessen als Reiseziel. Darüber hinaus werden, das vergleichsweise geringe Infektionsgeschehen und das Gefühl der Sicherheit als Gründe aufgeführt ebenso wie die Tatsache, dass Hessen nicht zu überlaufen ist.

 

Zahlen – Daten – Fakten zu den internationalen Quellmärkten Hessens

Im Juni 2021 reisten gut 66.600 Gäste aus dem Ausland nach Hessen. Dies sind 38 Prozent mehr als im Juni des Vorjahres. Der Anteil an ausländischen Gästen steigt somit allmählich an, liegt aber erwartungsgemäß weiterhin unter dem Vorkrisenniveau – verglichen zu Juni 2019 reisten 82 Prozent weniger ausländische Gäste nach Hessen. Im Juni dieses Jahres kam der größte Anteil ausländischer Gäste, wie auch bereits im Mai, aus den USA (10.055 Ankünfte, +158% im Vergleich zu Juni 2020). Der zweitstärkste Quellmärkt nach Ankünften waren die Niederlande mit 6.228 Ankünften (+2%).

Die Einreisebedingungen nach Deutschland haben sich zum 1. August noch einmal verändert. So gilt seitdem eine generelle Nachweispflicht, d.h., dass bei Einreise grundsätzlich ein negatives Testergebnis, ein Impfnachweis oder ein Genesenennachweis vorausgesetzt wird. Dies gilt unabhängig davon, mit welchem Verkehrsmittel die Einreise erfolgt und ob ein Voraufenthalt in einem Hochrisikogebiet oder Virusvariantengebiet stattgefunden hat. Risikogebiete werden aktuell nur noch in zwei Kategorien, den Hochrisikogebieten und den Virusvariantengebieten, ausgewiesen. Derzeit ist kein Land als Virusvariantengebiet eingestuft. Von den für den Hessen-Tourismus relevanten Quellmärkten gelten derzeit die USA und Großbritannien als Hochrisikogebiet. Für eine Einreise aus diesen Ländern besteht folglich eine Quarantänepflicht, welche vorzeitig durch einen Impf- oder Genesenennachweis oder nach fünf Tagen durch einen negativen Testnachweis beendet werden kann. Für Einreisen aus Großbritannien gilt weiterhin, dass die Einreise nur für vollständig geimpfte Personen möglich ist.

Die hier dargestellten Daten werden in jeder Ausgabe des Tourismusradars aktualisiert, die aktuellen Einordnungen der Hochrisiko- und Virusvariantengebiete seitens des RKI finden Sie hier: Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete durch das Auswärtige Amt.

 

Infektionslage und Impffortschritt in den Quellmärkten

Die Infektionslage in den für Hessen relevanten internationalen Quellmärkten bleibt dynamisch. Auch wenn die reine Inzidenz in Zukunft voraussichtlich nicht mehr das einzige Kriterium zur Beurteilung der „Corona-Lage“ sein wird, möchten wir in dieser Ausgabe noch einmal auf das Infektionsgeschehen in den Quellmärkten blicken. Durch die steigenden Infektionszahlen in den Vereinigten Staaten wurden diese vom RKI erneut als Hochrisikogebiet eingestuft, die 7-Tages-Inzidenz in den USA liegt bei über 300. Auch in Großbritannien wird der 300er-Wert derzeit wieder weit übertroffen und die Schweiz verzeichnete in den letzten Wochen ebenfalls einen starken Anstieg (aktuelle Inzidenz: 208,0). In den Niederlanden ist die Inzidenz nach dem hohen Anstieg bis Mitte Juli (Inzidenz 18. Juli: 406,9) weiter gesunken und liegt aktuell knapp über 100. Ähnlich wie in Deutschland, steigen auch in Österreich die Corona-Infektionen derzeit wieder schrittweise an. Nachdem Ende Juni bzw. Anfang Juli die Werte bis unter 10 gesunken sind, überschreitet auch Österreich aktuell die 100er-Inzidenz. Deutschland hat mit einer 7-Tages-Inzidenz von 77,5 im Vergleich zu den anderen Quellmärkten die aktuell geringste Inzidenz.

(Stand 30.08.2021, ZEIT ONLINE: Coronavirus: Entwicklung im internationalen Vergleich,
Our World in Data: Coronavirus (COVID-19) Vaccinations) – Hinweis: Aktuelle Daten zu China liegen in den Quellen nicht vor.)

Im Hinblick auf den Impffortschritt in den Quellmärkten weisen weiterhin Großbritannien und die Niederlande die höchste Quote bei den Erstimpfungen sowie auch bei den Zweitimpfungen auf. In beiden Ländern sind etwa 70% erstgeimpft und gut 62% haben einen vollständigen Impfschutz.

Und wie steht es derzeit um die Erholung des Incoming-Tourismus für Deutschland? Eine von der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in Auftrag gegebene Studie (IPK International-Studie) aus Juli 2021 kommt zu dem Ergebnis, dass das Reiseland Deutschland gute Chancen im Hinblick auf die Erholung im internationalen Tourismus Post-Corona hat. Zwar bleibt Corona auch 2021 der wichtigste Einflussfaktor für internationale Gäste bei der Reiseentscheidung. Jedoch steht Deutschland international beim Sicherheitsimage auf Platz 1, d.h. über die betrachteten Märkte hinweg wird das Risiko einer Corona-Infektion in Deutschland am geringsten eingeschätzt. Bei mehr als der Hälfte der Reisenden, die an Deutschlandurlaub interessiert sind, stehen Städtereisen an erster Stelle der bevorzugten Reisearten, gefolgt von naturorientiertem Urlaub auf dem Land oder in den Bergen (38%) sowie Bade-/Strandurlaub (30%). Insgesamt ist die Reisebereitschaft zu Auslandsreisen seit Mai 2020 kontinuierlich gestiegen.

 

„Themen-Special“: 1 Jahr Tourismusradar Hessen

Wir blicken auf elf Ausgaben des Tourismusradars Hessen in einem turbulenten Jahr zurück. Über die verschiedenen Themenbereiche wie Städtetourismus, Naturtourismus, Geschäftsreisetourismus, aber auch Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Qualifizierung und viele weitere Themen haben wir versucht, Ihnen Einblicke in unterschiedliche Themenfelder und deren Entwicklungen zu geben. Aber wie hat sich dieses Jahr entwickelt und welche Erkenntnisse bleiben? Zum einjährigen Jubiläum des Tourismusradars betrachten wir die Themen-Specials in der Retrospektive und befassen uns noch einmal mit einigen wesentlichen Erkenntnissen.

Der Naturtourismus, welchen wir in der ersten Ausgabe des Tourismusradars Hessen vertieft betrachtet haben, hat in der Corona-Pandemie einen regelrechten Boom erlebt. Denn Draußen sein und die Möglichkeit, Abstand zu anderen Reisenden zu halten, zahlen direkt auf das hohe Sicherheitsbedürfnis der Reisenden während Corona ein. Während der Naturtourismus profitiert, leidet der Städtetourismus im besonderen Maße unter der Pandemie. Normalerweise zählt die Städtereise mit zu den beliebtesten Reisearten der Deutschen, im Schnitt bevorzugen knapp 60 Prozent der Deutschen diese Reiseform (Repräsentativbefragung Hessen, August 2020 – Juli 2021). In Zeiten von Corona ist dieser Wert drastisch gesunken, durchschnittlich geben nur 14 Prozent an, die Städtereise in diesen Zeiten zu präferieren. Auch bei der Betrachtung der Ankunftszahlen in den hessischen Städten sowie im ländlichen Raum zeigt sich, dass die Nachfrage nach Städtereisen in der Sommersaison 2019 in Hessen deutlich höher war als in der nachfolgenden Sommersaison 2020. Dort war zu beobachten, dass in den Monaten Mai bis Oktober der Anteil der Ankünfte in Gemeinden mit weniger als 50.000 Einwohnern deutlich höher lag als in den Städten Hessens. So wurde im Juli 2020 mit 59% der höchste Anteil an Reisen in ländliche Gebiete verzeichnet. Auch im Juni 2021 liegt der Anteil der Ankünfte im ländlichen Raum wieder über dem der Städtereisen. Aktuell ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend auch in den Sommermonaten 2021 fortsetzt.

 

Wie der Städtetourismus, so hat auch der Geschäftsreisetourismus stark unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu leiden. Im Jahr 2019 gab es insgesamt laut Meeting- & EventBarometer Deutschland noch rund 423 Millionen Teilnehmer an geschäftlichen Veranstaltungen in Deutschland, im Jahr 2020 brach dieser Wert auf 60 Millionen ein. Der Wegfall der in- und ausländischen Geschäftsreisetouristen ist ein Grund dafür, dass sich die Ankunfts- und Übernachtungszahlen in Hessen im Vergleich zu den anderen Flächenbundesländern 2020 unterdurchschnittlich entwickelt haben.

Durch die Pandemie noch einmal stärker in den Fokus gerückt ist der Gesundheitstourismus. Der stetig wachsende medizinisch-technische Fortschritt, das steigende Gesundheitsbewusstsein und auch der demografische Wandel bringen die Menschen dazu, mehr in die eigene Gesundheit zu investieren. Somit ist davon auszugehen, dass dieses Segment zukünftig immer mehr an Fokus gewinnt – ein Potenzial von dem auch Hessen mit seinen 30 Heilbäder und Kurorten und mehr als 30 Thermen und Bädern profitieren kann.

Und wie steht es um den Kulturtourismus? Während ein Kultururlaub normalerweise von knapp jedem Dritten Deutschen bevorzugt wird, wird diese Reiseform in Zeiten von Corona nur noch von durchschnittlich acht Prozent der Deutschen präferiert (Repräsentativbefragung Hessen, August 2020 – Juli 2021). Doch Potenzial für diese Reiseform ist auch zukünftig vorhanden. In einer Befragung der Stiftung für Zukunftsfragen im Juni 2021 gaben 18 Prozent der Befragten an, dass Kulturreisen für sie persönlich in Zukunft interessant sind. Somit ist Kultururlaub für fast ein Fünftel der Bevölkerung interessant – weniger als beispielsweise Strand-/ Badeurlaub oder Erholungsurlaub – hat aber dennoch durch die Verknüpfung mit anderen Urlaubsarten eine enorme Bedeutung.

Die Corona-Pandemie brachte also einige Einschnitte für die Tourismusbranche mit sich, birgt jedoch auch Chancen und Möglichkeiten für andere begleitende Themen im Tourismus. Themen, die bereits vor der Pandemie eine zentrale Rolle spielten, waren u.a. die Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung sowie Qualität und Qualifizierung. Durch die Corona-Krise haben diese Themen noch einmal mehr an Relevanz gewonnen und sind aus der Entwicklung des Tourismus nicht mehr wegzudenken. Somit spielen sie auch für den Re-Start des Tourismus eine zentrale Rolle und sollten von allen touristischen Akteuren entsprechend berücksichtigt werden.

Die Pandemie hat einen unvergleichlichen Einfluss auf die Tourismuswirtschaft und auf den Tourismus in Hessen – nach und nach werden weitere Entwicklungen und Trends erkennbar und prognostizierbar.

 

Ausblick

Nach einem Jahr Tourismusradar Hessen möchten wir Bilanz ziehen und von Ihnen erfahren: Wie bewerten Sie dieses Marktforschungstool der Hessen Agentur? Welche Marktforschungsdaten benötigen Sie für Ihre tägliche Arbeit und in welcher Form? Wir würden uns freuen, wenn Sie uns in einer kurzen Befragung Ihre Meinung und Bedürfnisse mitteilen, damit wir Sie auch zukünftig mit relevanten Marktforschungsdaten versorgen können – und zwar so, dass Sie bestmöglich damit arbeiten können. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme an der Befragung der Hessen Agentur: Hier kommen Sie zur Umfrage!

Auf Basis der Befragungsergebnisse werden wir das Tourismusradar Hessen zukünftig ausrichten – Eines vorweg: das Tourismusradar wird Sie auch zukünftig mit Marktforschungsdaten versorgen.

Die Ausgabe 12 des Tourismusradars Hessen können Sie auch hier als pdf downloaden.

 

Quellen

Repräsentative Befragung der deutschen Bevölkerung (eigene Erhebung, exklusiv für Hessen)
Hessisches Statistisches Landesamt
Statistisches Bundesamt (Destatis)
Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.: Presse-Information: Starke Positionierung der Marke Reiseland Deutschland im Ausland stärkt Perspektiven im Incoming
Meeting- & EventBarometer Deutschland 2020/2021: Die Deutschland-Studie des Kongress- und Veranstaltungsmarktes
Deutsches Institut für Tourismusforschung: Städtetourismus in Zeiten von Covid-19
Stiftung für Zukunftsfragen: Reisen nach Corona – Die Urlaubswelt von morgen

 

Hinweis: Die Darstellung und Erläuterung der Entwicklung der statischen Kennzahlen basiert auf der Grundlage der bei den statischen Ämtern jeweils monatlich veröffentlichten, absoluten Daten.



Telefon:
Kommentarbereich einblenden Kommentarbereich ausblenden

Keine Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Teilen über:

Weitere Artikel



Impressum  ·   Über uns  ·   Datenschutzerklärung  ·   Login