3. September 2018

Demografischer Wandel: Mehr als eine halbe Milliarde Euro Einbußen

Der demographische Wandel beeinflusst die Nachfrage in der hessischen Tourismuswirtschaft bereits heute spürbar. Während die Gesamtbevölkerung und damit die touristische Nachfrage in den kommenden Jahren insgesamt zurückgehen wird, wird der Anteil älterer Gäste weiter deutlich zunehmen. So wird sich die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland bis 2030 gegenüber dem Jahr 2010 um rund 5 Prozent verringern. Der Anteil der mindestens 65-Jährigen wird dabei um 33 Prozent zunehmen. Insgesamt wird diese Altersgruppe dann 29 Prozent der Bevölkerung stellen. Ohne Anpassungsmaßnahmen, die über das Maß entsprechender Maßnahmen bei den direkten Wettbewerbern hinausgehen, drohen der hessischen Tourismuswirtschaft durch den demographischen Wandel und die damit einhergehenden Nachfrageveränderungen bis 2025 Einbußen von real mehr als einer halbe Milliarde Euro (siehe Studie (Link zur Studie „Zukunftstrends im Tourismus – Wirtschaftliche Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Tourismus in Hessen“ im Tourismusnetzwerk)). Das entspricht rund 4,6 Prozent der gesamten Umsätze. Für die Tourismusbranche heißt das: ältere Gäste müssen stärker in den Fokus genommen werden. Nur, welche Angebote eignen sich, um den Bedürfnissen älterer Reisender nachzukommen und wie lassen sie diese umsetzen?

Nachfragegerechtes Angebot

Kundenwünsche sind ein guter Gradmesser für zukünftige Entwicklungen und sinnvolle Vorhaben. An sich nachhaltig verändernde Bedürfnisse der Gäste sollte sich die Branche anpassen. Konkrete Maßnahmen können zum Beispiel barrierefreie Zugänge sein, etwa ein Aufzug, oder das Anbieten von Komplettpaketen, die verschiedene touristische Einzelangebote beinhalten. Gerade im Gesundheitstourismus sollten sich wandelnde Krankheitsbilder (Stress, Burn-out etc.) in die Überlegungen einbezogen werden.

Zielgerichtete Kommunikation

Auch für ältere Gäste ist eine übersichtliche und gepflegte Online-Präsenz wichtig. Sie ist nicht nur einer der wichtigsten Bausteine in der Außendarstellung eines Betriebs und kommuniziert dessen Angebote, auf ihr kann auch ein Buchungssystem eingebaut werden. Sie ist als Visitenkarte zu verstehen, andere Vertriebswege wie Buchungsportale oder Tourismusmessen sollten stets den Weg zum digitalen Heimathafen weisen.

Verbesserte Ausstattung

Um sich für die Zukunft zu rüsten, sollten sich Betriebe an einem klar definierten Konzept ausrichten und dieses auf die angesprochene Zielgruppe zuschneiden. Die Umsetzung sollte auch regelmäßige Investitionen in die betriebliche Ausstattung beinhalten. Einrichtung und bauliche Qualität durchgehend zu pflegen und weiterzuentwickeln, verhindert einen Investitionsstau. Bei der Umsetzung können außerdem spezielle Anforderungen berücksichtigt werden, zum Beispiel bei der Barrierefreiheit. Um die Finanzierung leichter zu stemmen sollten Betriebe unbedingt prüfen, welche Fördermittel sie nutzen können und diese frühzeitig beantragen.

Mehr zum Demografischen Wandel im Tourismus in Hessen finden Sie hier.




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