12. September 2017

Wirtschaftsfaktor “Kur & Tourismus”

„Kur & Tourismus“ sind der maßgebliche Wirtschaftsfaktor für die Heilbäder und Kurorte in Hessen. Denn wie kein anderer Wirtschaftszweig wirkt er sich auf andere Branchen aus und vervielfacht die positiven Effekte, die sich in Form von Einkommen und Arbeitsplätzen ablesen lassen. Mit insgesamt 10 Millionen Übernachtungen und 31 Millionen Tagesreisen pro Jahr stellen die 30 hessischen Gesundheitszentren einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor dar und geben rund 40.000 Menschen Arbeit! Dies ergab die aktuelle Studie, die der Hessische Heilbäderverband in Auftrag gegeben hat.  

Die Ermittlung des ökonomischen Stellenwertes von Kur & Tourismus für die Heilbäder und Kurorte in Hessen war das Ziel der Studie, die der Hessische Heilbäderverband in diesem Jahr beim dwif in München beauftragt hat. Und das mit gutem Grund, denn die Gesundheitszentren sind regionale Versorgungszentren mit ausgezeichneter Infrastruktur, sind Kunst- und Kulturraum und sichern hochwertigen und gesunden Lebensraum für Gäste und besonders für Bürgerinnen und Bürger. Vor allem aber sind die Heilbäder und Kurorte Kompetenz-Zentren für Vorsorge, Rehabilitation und medizinische Versorgung und bieten eine Grundversorgung an Gesundheitsangeboten.

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen eindrucksvoll, warum Kur & Tourismus in den Heilbädern und Kurorten in Hessen so wichtig ist und warum sie so dringend gefördert werden müssen.

Denn sie stehen auch für die Menschen, die ihre Beschäftigung in den Gesundheitszentren finden. Sei es als Krankenschwester, als Arzt, als Mitarbeiterin der Tourist-Information oder auch als Gärtner der Kuranlagen: Die Heilbäder und Kurorte geben rund 40.000 Menschen Arbeit.

Die weiteren Zahlen sind ebenfalls eindrucksvoll: 2016 wurden rund 10 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Dabei konnten Vorsorge- und Rehakliniken mit 42 % den Hauptteil der Übernachtungen für sich verbuchen.

Hotels der unterschiedlichen Preiskategorien deckten zusammen 33 % der Übernachtungen ab, Ferienwohnungen und -häuser sowie Ferienzentren 5 %, Erholungs-, Ferien- und Schulungsheime 4 %, Pensionen 2 %, Jugendherbergen 2 %, Gasthöfe 1 %, Privatvermieter 8 %, Touristik- und Dauercamper 4 %.

Insgesamt leisten die Gesundheitsorte einen Beitrag von rund 30 % zu den gesamten Übernachtungen in Hessen, das sich 2016 über rund 32 Millionen Übernachtungen freute. „Damit sind die Heilbäder und Kurorte ein wichtiges Standbein des Tourismus in Hessen,“ macht der Vorsitzende des Hessischen Heilbäderverbandes, Volker Zimmermann, deutlich.

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) wies auf die hohe Bedeutung der Heilbäder und Kurorte für den hessischen Tourismus hin: „Über die rein ökonomischen Effekte hinaus tragen die Heilbäder und Kurorte zur Qualität der touristischen Angebote bei. Die Hessische Landesregierung hat die kurortspezifische und touristische Infrastruktur in den letzten zehn Jahren mit gut 16 Millionen Euro gefördert, wodurch Investitionen von rund 37 Millionen Euro ausgelöst wurden. Auch die Erhöhung der „Zuweisungen für Heilkurorte“ von 11,5 auf 13 Millionen Euro macht deutlich, welchen Stellenwert die Landesregierung den Heilbädern und Kurorten beimisst.“

Eine weitere wichtige Zahl ist die der Tagesreisen: 31 Millionen Tagesausflüge in die Heilbäder und Kurorte in Hessen wurden ermittelt. „Die Tagestouristen sind in Bezug auf die Aufenthaltstage das mit Abstand wichtigste touristische Marktsegment“, bestätigt Dr. Manfred Zeiner, Geschäftsführer des dwif.

Insgesamt wurden, zählt man Übernachtungsgäste (inklusive       der Privatvermietungen und Dauercamper) sowie Tages-ausflügler zusammen, rund 41,1 Millionen Aufenthaltstage in den Gesundheitsorten registriert.

Tages- und Übernachtungssegmente zusammen ergeben durchschnittliche Gesamtausgaben in Höhe von 58,30 Euro pro Kopf und Tag beziehungsweise Übernachtung. Deutliche Unterschiede gibt es hier zwischen den Tagesreisenden, die durchschnittlich 28,50 Euro pro Kopf und Tag ausgeben, und

den Übernachtungsgästen in gewerblichen Betrieben, die im Schnitt 143 Euro pro Kopf und Tag im Ort lassen.

Durch Tages- und Übernachtungsgäste zusammen werden vor Ort im Gastgewerbe, im Einzelhandel und im Dienstleistungs-sektor Bruttoumsätze von insgesamt 2,2 Milliarden Euro generiert.

Von allen Besuchern in den Heilbädern und Kurorten sind knapp drei Viertel Tagesbesucher, rund ein Viertel entfällt auf Übernachtungsgäste. Da die Gäste, die über Nacht bleiben, wegen ihrer höheren Ausgaben im Ort jedoch für mehr Umsatz sorgen, kehrt sich das Verhältnis hier um. Auf die Übernachtungen in Betrieben entfallen rund 60 % der Bruttoumsätze (1,3 Mrd. Euro), durch Tagesreisen werden gut 40 % (0,9 Mrd bzw. 883,5 Mio. Euro) generiert.

Wo Geld ausgegeben wird, freut sich auch das Finanzamt über höhere Einnahmen. Durch Kur & Tourismus in den Heilbädern und Kurorten in Hessen fließen dem Fiskus rund 205 Millionen Euro aus Mehrwert- und Einkommenssteuer zu.

Das dwif (Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr e. V. an der Universität München) ist ein Forschungs- und Beratungsunternehmen, das auf die Tourismus- und Freizeitbranche spezialisiert ist. Alle festgestellten Daten der aktuellen Studie beziehen sich auf das Jahr 2016.

 




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Autor(in)
Almut Boller
Hessischer Heilbäderverband

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